LebenStudium

Fernstudium: Sind Sommerferien ansteckend?

Der dritte Monat als Teilzeitfernstudent

Der Juni war hart. Für meine Kinder genauso wie für mich. Die beiden Racker waren fix und fertig von diesem arg kurzen Schuljahr und pfiffen auf dem letzten Loch. Und bei mir war auch irgendwie die Luft raus.

Das könnte aber auch am Stoff gelegen haben. Nach den paar Seiten überaus trockener Wissenschaftstheorie freute ich mich eigentlich auf die Argumentationstheorie. Irgendwie dachte ich wohl, dass es da um Strategien des Argumentierens gehen würde.

Eigentlich stimmt das sogar. Aber das Wie war … ähm, gruselig. Was ich gleich verstanden hab: Es gibt gewisse Grundregeln für das logische und richtige Argumentieren. So nach dem Motto, wenn ein Teilargument falsch ist, ist auch das die Schlussfolgerung falsch.

Aber das kann man natürlich auch hochwissenschaftlich formulieren. Also von Disjunktion, Biimplikation und Modus ponens sprechen, statt sich mal einfach auszudrücken. Keine Ahnung was das sein soll?

Wahrheitstabellen und Schlussregeln
Wahrheitstabellen und Schlussregeln

Ja so ging es mir auch. Und dann werden diese Schlussregeln für logisches und richtiges Argumentieren auch noch in Formeln und Tabellen gepackt. Mit für mich kryptischen Zeichen (siehe Beispielfoto links).

Das erinnerte mich doch sehr stark an Mathe in der 11. Klasse, Leistungskurs. Ich verstand nämlich auch mehr und mehr genau nichts. Und erarbeitete mir dann auch zwei falsche Übersetzungen für die einzelnen Gesetzmäßigkeiten.

Seltsamer Weise stand Aufgeben da nicht mal ansatzweise zur Debatte. Ich biss mich durch, auch wenn es mich frustrierte, dass ich zwei Stunden an sechs verschiedenen Schlussregeln herumdoktorte, bis es passte.

Aufgeben gibt’s nicht, aber…

Das wäre mir als Student Mitte 20 sicher nicht passiert. Ich weiß noch wie oft ich bei diesen absolut logischen Regeln der Kosten-Leistungsrechnung versagte und mir ein Scheiß-drauf gönnte.

Durchgekommen bin ich damals trotzdem irgendwie. Und mehr als das habe ich in diesem Theoriesemester auch nicht vor. Vielleicht habe ich mich deswegen auch den optionalen Hausaufgaben zu zwei Drittel verweigert.

Abgesehen davon gönnte ich mir diesmal sogar zwei Wochenenden Auszeit. Wenn man in Teilzeit studiert, ist das viel. Wahrscheinlich war ich von unserem prachtvoll grünenden und blühenden Balkon abgelenkt. So viele Hummeln, so ein toller Urwald, hach!

Möglicherweise steckten mich aber auch die Kinder mit ihrer Ferienreife an. Die letzten drei Wochen Schule waren unterirdisch. Der Junior hatte viele rote Kommentare im Hausaufgabenheft. Die Zensuren der Großen waren einmal mehr im Sinkflug. Und von friedlichem Zusammensein waren wir meist weit entfernt.

Dann war das Schuljahr vorbei. Die Zeugnisse waren toll und ich stolz auf meine Kinder. Und ich war dezent neidisch auf das abwechslungsreiche Ferienprogramm, dass die beiden im Hort erleben würden. Wenn das frühe Aufstehen nicht wäre, könnte man da von Abenteuerurlaub sprechen.

Und ich soll neben Arbeit, Haushalt und Kinderbespaßung noch büffeln? Also mich mit Junktion und Modus tollendo tollens herumschlagen. Das ist nicht toll. Oder doch? Ja eigentlich schon, denn es bringt mein Hirn auf Touren. Aber eigentlich auch nicht, denn ich will auch Ferien. Menno!

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