LebenStudium

Fernstudium: Menschenfresser im Stammbaum

Ich habe ja wirklich lange nichts mehr übers Studium geschrieben. Dabei bin ich gar nicht so faul, wie man da denken könnte. Zwar erscheint mir der SuS – Stapel ungelesener Studienbriefe – noch immer unangenehm hoch. Aber so langsam sehe ich eine Chance für die Prüfung im September.

Geschichtsdenken hier und anderswo

Ich habe inzwischen einige Themen abgearbeitet und die waren durchaus spannend. Vom Ödipus und den daraus folgenden weitreichenden Komplexen habe ich ja schon berichtet. Nun kam ich zum Thema Geschichtsdenken. Also, wie gehen wir mit dem um, was man allgemein als die eigene Geschichte, die des eigenen Volkes oder gar als die Geschichte der Menschheit versteht.

Drei Dinge habe ich dabei für mich mitgenommen. Für viele ist nur das Geschichte, was irgendwann mal aufgeschrieben wurde. Also haben einige Völker keine Geschichte, weil sie ihre Geschichte nicht schriftlich festhalten, sondern nur mündlich weitergeben. Dieser überhebliche Gedanke stammt von den Europäern. Wobei es einige asiatische Nationen mit der Schriftlichkeit durchaus übertrieben haben um möglichst viel Geschichte zu schreiben.

Nichts geht über den Stammbaum.

Für Ahnenreihen gilt: Was nicht passt, wird passend gemacht. Wenn der Stammbaum also zu kurz ist oder zu wenige Helden enthält, wird er hier und da eben noch ein wenig erweitert. Auch können unliebsame Äste schnell mal verschwinden. Warum das alles? Um die eigene Stellung zu legitimieren, sich selbst zum Helden zu erklären und andere alt – nein, zu jung aussehen zu lassen.

Dabei dürfen allerdings wirklich so gar keine schwarzen Schafe drin zu finden sein. Oder vielleicht sogar noch einäugige Riesen, Hundemenschen oder Menschenfresser. Die gab es natürlich vor allem bei den Wilden, ähm, Naturvölkern. Also bei den unzivilisierten menschenähnlichen Wesen auf der anderen Seite des Ozeans.

Alles, ja wirklich alles Mesnchenfresser.

Das dachten sich jedenfalls die Europäer, weil sie diese gruseligen Fabelwesen auch am äußersten Rand ihrer eigenen Gesellschaft nicht nachweisen konnten. Aber wovor sollten sie den sonst ihre Kinder und armen Sünder warnen, wenn nicht vor menschenfressenden Wilden. Zum Glück gab es die ja dann in Amerika und überall sonst, wo das ach so gebildete Europa sich ausbreiten konnte.

Und ich möchte dabei auch nicht unerwähnt lassen, dass die europäische Elite seinen Glauben und seine Ziele – hier gab es selten einen Unterschied – gern mal gewaltsam durchsetzte. Schließlich gibt es nur den einen Gott – und der ist sächlich und nennt sich Geld.

Man merkt schon, was ich von diesem Geschichtsdenken so halte.

Nämlich nichts. Aber das muss ich auch nicht, um mit Freunden weiter zu lernen. Ja es macht mir wirklich wieder Spaß, auf die nächste Prüfung hin zu arbeiten. Und wie jedes Semester frage ich mich schon jetzt, welches Modul ich danach angehen will. Diesmal allerdings soll es eines sein, das ich mit einer Hausarbeit abschließen kann.

Vielleicht habt ihr da ja den ein oder anderen Tipp aus eigener Erfahrung für mich. Ob aus dem Bereich Literatur oder Geschichte, ist dabei eigentlich egal. Es sollte nur machbar sein und mir den Weg für ein Praxissemester im „Homeoffice“ nicht verbauen. Ich sag schon mal Danke und widme mich wieder meinem SuS. Bis bald!

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