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Mini-Auszeit mit Buch in der Tasche

Ich bin die, die in der Mittagspause nicht bei Ebay shoppen geht, sondern ein Buch aus der Tasche zieht. Und die, die auf dem Spielplatz nicht mit anderen Müttern über die Taten des Wunderkinds austauscht, sondern Gedichte liest. Und die, die beim Arzt nicht ins Handy starrt, sondern ins Buch. Weil ich immer eins dabei habe.

schubalu  / pixelio.de
schubalu / Pixelio.de

Einigen Blogbesuchern ist die Minikategorie „Unterwegs immer dabei“ in der Spalte rechts vielleicht schon aufgefallen. Dort wird immer mal ein anderes Buch genannt, das dann angeblich immer dabei ist, wenn ich unterwegs bin. Aber stimmt das denn? Und warum mache ich das überhaupt?

Bis vor ein paar Monaten gehörte ich zu den Leuten, die bei jeder Gelegenheit das Handy zückten, den Facebook- oder Twitterstatus aktualisierten und sich über vorsintflutliche Ladezeiten ärgerte. Doch mit dem Entschluss, Literatur und Geschichte zu studieren, kam auch das Experiment „Books in my Pocket“. Also der Versuch, statt Handy mal ein Buch zu zücken, sobald da eine Mini-Auszeit war.

Manch einem mögen die gelben Reclam-Bücher aus Schulzeiten in – eventuell unliebsamer – Erinnerung geblieben sein. Für mich sind sie heute ideale Begleiter für unterwegs. Klein und kompakt passen die in jede meiner Handtaschen. Ohne die gehe ich ja eh nicht aus dem Haus, also kann da auch ein Buch mit hinein.

Und es lohnt sich! Keine Lust, mit den Kollegen zu schwatzen? Ein Gedicht von Max Frisch und ich habe mich weggebeamt. Die Mütter auf dem Spielplatz vergleichen die Fähigkeiten ihrer Sprößlinge oder reden übers „Dschungelcamp“? Vertrieben durch die Eleganz der Worte eines Catull. Nur Boulevardzeitungen im Wartezimmer? Hier lohnt sich durchaus eine Kurzgeschichte oder ein, zwei Kapitel aus einem Roman.

Den Facebook-Status kann man später noch checken. Das Gedicht auch, jaja. Sicher kann man Kollegen, Mütter und selbst die Mitwartenden beim Arzt auf vernünftige Themen bringen. Und MIT den Kindern spielen, statt sich passiv dazu zu setzen. Man muss aber auch nicht immer die Welt retten, sondern darf sich auch mal eine Mini-Auszeit nehmen.

Und in Büchern steckt wirklich eine drin. Weil in Büchern der Stoff fürs Kopfkino ist. Und das ist bekanntlich wie eine kleine Reise: erholsam und anregend zugleich.

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