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Film: „Gone Girl – Das perfekte Opfer“ mit Ben Affleck

Eine Frau ist verschwunden, ihr Mann verhält sich seltsam und die Medien bedienen Klischees bis der aufgebrachte Mob sich auf alle Beteiligten stürzt. Aber was ist wirklich passiert? Das erzählt „Gone Girl – Das perfekte Opfer“ auf spannende, aber auch verstörende Art und Weise. Wer den Film gesehen hat, beurteilt das nächste in den Medien breitgetretene Familiendrama sicherlich skeptischer. Und überlegt vielleicht sogar, wie gut er die Menschen in seinem Umfeld wirklich kennt.

©Marina Wiblishauser / <a href="http://www.pixelio.de/media/695267" target="_blank">pixelio.de</a>
©Marina Wiblishauser / pixelio.de

Zum Inhalt:
Nick Dunne (Ben Affleck) und seine Frau Amy (Rosamund Pike) haben eine schöne Tradition für ihre Hochzeitstage: Um sein Geschenk zu bekommen, muss Nick mehrere Hinweise finden und ihnen folgen. An ihrem fünften Hochzeitstag jedoch, verschwindet Amy spurlos. Und so sucht Nick Nick nicht nur die Hinweise seiner Frau, sondern gemeinsam mit Familie und Nachbarschaft nach seiner Frau.

Alles deutet auf ein Verbrechen hin und spätestens nachdem Nicks Affäre mit einer seiner Studentinnen herauskommt, steht er unter dringendem Tatverdacht. Die Presse bauscht jedes Detail auf und macht ihn zum meist gehassten Mann des Landes. Aber ist Amy wirklich tot? Was hat Exfreund Desi Collings ( Neil Patrick Harris) mit der Sache zu tun? Und ist Nick wirklich ein Verbrecher? Oder ist Amy am Ende gar nicht so unschuldig?

Meine Meinung:
„Gone Girl“ ist trotz Ben Affleck nicht unbedingt ein Film, der ganz oben auf meiner „Muss ich sehen“-Liste stand. Schon allein wegen der stattlichen Länge von 149 Minuten. So ein Thriller mit Hang zum Drama kann ziemlich kitschig oder langatmig sein. Aber immerhin führte David Fincher Regie und der hat ja mit „Sieben“ und „fight Club“ schon richtige Kracher geschaffen.

„Gone Girl“ ist auf den ersten Blick recht unscheinbar. Allerdings wandelt sich dieser Eindruck zu einem „WOW“, je weiter sich die Geschichte entwickelt. Nichts ist so wie es scheint. Kaum jemand ist so, wie das Bild, das sich andere (auch die Zuschauer) von ihm gemacht haben. „Gone Girl“ spielt mit Klischees, die von den Medien nur zu gern bedient, aufgeblasen und den Massen zum Fraß vorgeworfen werden.

Der Film hat keine langatmigen Strecken, die man schlicht aussitzen müsste. Immer, wenn man meint, nun würde erstmal alles vor sich hin plätschern, kommt wieder Leben in die Geschichte, gibt es eine Wendung, die unerwartet oder einfach heftig ausfällt. Ben Affleck hätte sich in Sachen Maske jedoch ruhig ein wenig mehr trauen dürfen. Es muss schon dazu gesagt werden, dass er fertig aussieht, denn für den Zuschauer ist das schwer erkennbar.

Gute Mine zum bösen Spiel schafft Rosamund Pike als Amy Dunne dagegen umso besser. Es ist gruselig, wie perfekt sie Amy in allen Facetten zu spielen weiß. Neil Patrick Harris bleibt in seiner Rolle farblos. Entweder gab es vor dem Film eine ordentliche Portion Botox oder er hat sich schlicht nicht die Mühe gemacht, mit seiner Mimik zu spielen.

Mein Fazit:
„Gone Girl“ ist ganz großes Kino. Kino, das Spaß macht und mindestens dazu führt, dass man bei der nächsten großen Medienkampagne gegen einen Verbrecher vielleicht nicht ganz so schnell nach der Todesstrafe (mitbrüllt). Und sich zukünftig nicht einbildet, einen Menschen wirklich zu kennen, ganz egal, wie nah man ihm steht. „Gone Girl“ ist clever, unterhaltsam und an vielen Stellen überraschend. Ich kann den Film nur empfehlen.

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