Film: „X-Men: Zukunft ist Vergangenheit“

Bei diesem X-Men-Film haben sie wirklich aus dem Vollen geschöpft. Alle bekannten Mutanten versammelt, alle möglichen Superduperkräfte verbraten, einen ordentlichen Fiesling ausgesucht und eindrucksvolle Bilder gezaubert. Nur Überraschungen gibt es keine. Also keine Schock-Momente und keine nennenswerten Wendungen in der Handlung. Trotzdem macht es Spaß, der neuen und der alten Garde Mutanten gleichzeitig beim zaubern zuzusehen.

X-Men: Zukunft ist Vergangenheit

UCI-Geschenke zur Vorpremiere von ©Marvels „X-Men: Zukunft ist Vergangenheit“

Zum Inhalt:
Der Film beginnt düster etwa 10 Jahre in der Zukunft von jetzt an gesehen. Die Normalo-Menschen haben Mittel und Wege gefunden, Mutanten zu entlarven und unter widrigsten Bedingungen gefangen zu halten. Normalo-Menschen, die den Mutanten helfen, ereilt das gleiche Schicksal. Auf der ganzen Welt herrscht Krieg und Unterdrückung. Es sind nur noch ein paar junge Mutanten übrig, als sich Xavier, Magneto, Wolverine und Storm aufmachen, um nach dem Rechten zu sehen (Warum eigentlich erst jetzt?) und den jungen übriggebliebenen Mutanten zu helfen.

Die Geheimwaffe der Menschen sind die Sentinel. Gesichtslose Maschinenmenschen, die jede Fähigkeit des Mutanten annehmen können, der sie angreift oder angegriffen hat. Das erinnert nicht von ungefähr an Mystique. Die hat in den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts eher unfreiwillig eine Blutprobe hinterlassen, deren genetisches Material die Entwicklung der Sentinels erst möglich gemacht hat. Wenn man das rückwirkend verhindern könnte, wäre alles anders gekommen und es würde vielleicht Frieden herrschen – auch und vor allem zwischen Mutanten und Menschen.

Aber hey, die X-Men können ja fast alles. Und so kann eine junge Mutantin Wolverine quasi ins Jahr 1973 zurückbeamen. Dort muss er den jungen Xavier und den jungen Magneto zur Zusammenarbeit überzeugen und Mystique aufhalten. Dafür hat er natürlich nicht allzu viel Zeit. Und es wird auch erwartungsgemäß knapp. Und das wars dann auch schon mit der Story des Ganzen.

Meine Meinung:
In „X-Men: Zukunft ist Vergangenheit“ hat die alte Garde nicht allzu viel zu tun. Abgesehen von Hugh Jackman als Wolverine kann man den Auftritt der Alt-X-Men schon fast als wiederholte Cameos bezeichnen. Zur schauspielerischen Leistung dieser Stars muss man hier also nichts sagen. Jennifer Lawrence als Mystique muss sich auch nicht sehr anstrengen, weil sie vielleicht 10 Minuten im eigenen Körper steckt und ansonsten blau oder jemand anderes ist.

Bleiben Michael Fassbender als der junge Magneto und James McAvoy als der junge Xavier. Fassbender steht die unbewegte Mine zwar ganz gut, aber hohe Kunst der Schauspielerei sieht dann doch anders aus. McAvoy darf sich im Selbstmitleid, Säufertum und Gutmenschsein suhlen, aber auch hier nichts oscarverdächtiges. Hugh Jackman könnte hier einiges reißen und wirklich macht das X-Men-Urgestein hin und wieder Anstalten, witzig auszusehen oder schlagfertig zu sein, doch sein Charme geht unter.

Die Szenerie dagegen schöpft aus dem Vollen. Düstere Welten, alle Superkräfte, die man sich vorstellen kann und manchmal selbst gern hätte. Schöne Kampfszenen sind auch dabei. Effektvoll auch, wie Magneto junior mal eben ein ganzes Stadion aus dem Fundament hebt und damit das Weiße Haus einkesselt. Und wenn sich Mister Jackman sogar mal vollkomen nackt vor die Kamera stellt verfehlt auch das nicht seine Wirkung.

Die 1973er Variante der Sentinel-Prototypen erinnerten mich allerdings an Iron Mans erste Entwürfe. Das könnte daran liegen, dass die offizielle Präsentation der Supermaschinen mich an die Präsentation der Iron Man-Prototypen erinnert. Mit allem politischen Tammtamm und mit einem ähnlich blöden Desaster am Ende. Da hilft dann auch kein kleinwüchsiger Bösewicht in Form von Peter Dinklage.

Mein Fazit:
Natürlich weiß der Zuschauer, dass keinem der Hauptfiguren wirklich was passieren kann. Schließlich ist der nächste X-Men schon in der Mache und im Kino-Kalener fest vorgemerkt. Trotzdem hätte man die ein oder andere Überraschung einbauen können, statt auf pure Effekthascherei zu setzen. Die Figuren selbst wachsen einem im Laufe der Geschichte leider nicht genug ans Herz, um sich mit ihnen zu freuen oder ihren Schmerz zu verstehen. Von daher sieht es zwar beeindruckend aus, wenn ein junger Mutant von einem Sentinel mit seinen eigenen Waffen geschlagen und quasi gegrillt wird. Aber irgendwie lässt es einen doch kalt. Da hätte ich von Marvel etwas mehr erwartet.

PS: Wie üblich sollte man auch bei X-Men: Zukunft ist Vergangenheit bis ganz zum Schluss sitzen bleiben. Die Abschlussszene ist sehr kurz, aber immerhin geht es um die Pyramiden.

Kategorie Kino, Kino+Theater
Tina
Autor

Tina liebt gute Geschichten und da vor allem interessante Lebensgeschichten. Deshalb liest sie viele Bücher, geht gern und oft ins Kino und studiert neben Job und Kindern Kulturwissenschaften (Literatur und Geschichte) in Teilzeit und aus der Ferne. Abgesehen davon mag sie entspannte Wochenenden mit den Kindern, Cappuccino mit Freunden und das Meer.

1 Kommentare

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