Film: „The Wolf of Wall Street“

Film: „The Wolf of Wall Street“

Wie verkauft man einen simplen Stift? Was einfach klingt, ist es auch. Zumindest wenn man Jordan Belford heißt. Der würde einem dann nicht nur den Stift unterjubeln, sondern gleich noch Aktien im Wert eines Eigenheims verkaufen. Von der Sorte, die nächste Woche etwa so viel wert ist, wie der Stift. Wenn es gut läuft.

The Wolf of Wall Street
„The Wolf of Wall Street“ im Kino

„The Wolf of Wall Street“ beschreibt den Aufstieg und Fall des Börsenmaklers Jordan Belford. In ganzen drei Stunden. Und in diesen 180 Minuten bekommt man jede Menge nackte Haut, „Schnee“ und überdrehte Gestalten zu sehen. Gestalten, die an einem Tag so viel Geld ausgeben, wie andere im ganzen Jahr verdienen.

Sie alle haben einen Guru: Jordan Belford. Der Big Boss hat sich von ganz unten hochgearbeitet. An seinem ersten Arbeitstag mit Broker-Lizenz crasht die Börse und sein Arbeitgeber gleich mit. Er ist gezwungen, am Allerwertesten der Welt mit einer Riege gescheiterter Existenzen neu anzufangen. Doch er macht aus sich und seinen Kollegen Erfolgstypen, die bald im Geld schwimmen.

Und im Koks. Ohne Drogen geht es scheinbar nicht. Zumindest machen die Mitarbeiter von Stratton Oakmont quasi zu jeder Stunde regen Gebrauch davon. Natürlich kann dieser Höhenflug nicht lange anhalten. Und so stehen bald FBI-Agenten im Haus und auf der Yacht und auch sonst überall da bereit, wo es immer richtig schön war. Doch auch wenn der Wolf der Wall Street mit der Zeit immer anständiger wird (oder es immerhin versucht), kommt er den Jägern nicht davon.

Meine Meinung:
Die Geschichte des Jordan Belford hätte auch in zwei Stunden sehr gut erzählt werden können. Selbst wenn man die ein oder andere Party weggelassen hätte, wäre der Wahnsinn dieser Börsenmakler-Gang glaubhaft und eindrucksvoll rüber gekommen. Wie es aussieht hatten sowohl Regisseur Martin Scorsese und Leonardo di Caprio mächtig Spaß bei den Dreharbeiten.

Genauso wie der Rest der Schauspieler. Denn di Caprio ist nicht der einzige Darsteller mit großen Momenten in diesem Film. Dessen Darstellung als sabbernder, krabbelnder und brabbelnder Zugedröhnter ist göttlich. Aber auch einige andere glänzen darin, sich wunderbar übertrieben zum Ei zu machen.

Ob das ganze nun glaubhaft ist? Naja, mir kamen einige Verkaufsstrategien und auch manch Höhenflüge aus meiner Zeit als Versicherungskauffrau doch sehr bekannt vor. Selbst bei überzogener Darstellung sind derartige Exzesse wirklich denkbar.

Fazit:
Ich habe schon bessere Filme gesehen, aber verstecken muss sich dieser nicht. Persönlich hätte ich einige Szenen weggelassen, um es nicht zu lang werden zu lassen. Denn er hat so seine Strecken, in denen klar war: Drei Stunden später, mehr Streß oder eine kleine Ablenkung – und ich wäre jetzt weg. Eingeschlafen, mit den Gedanken woanders oder gleich raus aus dem Kino. Schade drum. Denn auch 5 Oscar-Nominierungen machen das Gesamtwerk nicht für jeden attraktiver.

Kommentieren Sie den Artikel