Film: „Lucy“ mit Scarlett Johansson

Lucy ist eines der berühmtesten Fossile, denn sie ist hinsichtlich der Evolution quasi der letzte Affe auf Weg zum Menschen. Das dürfte auch der Grund gewesen sein, warum dieser Film von Luc Besson und seine Hauptdarstellerin den gleichen Namen tragen. Denn es geht um Evolution. Irgendwie jedenfalls. Vielen Zuschauern wird es jedoch eher um die Action gehen. Und Scarlett Johanssons schwarzen BH unterm weißen Tshirt.

©Jörg Kleinschmidt / <a href="http://www.pixelio.de/media/606556" target="_blank">pixelio.de</a>

©Jörg Kleinschmidt / pixelio.de

Zum Inhalt:
Lucy (Scarlett Johansson) lebt in Taiwan und gerät dort an den falschen Freund. Der bringt sie dazu, einen myteriösen Koffer in ein Luxushotel zu bringen, wo sie einem Drogenboss in die Hände fällt. Gemeinsam mit drei weiteren Opfern, soll sie eine neuartige Droge nach Europa schmuggeln. Die Päckchen mit den blauen Streuseln werden ihnen in den Bauch hinein operiert.

Als sich ein Handlanger des Drogenbosses an Lucy vergreifen will, wehrt sich diese und wird darauf hin verprügelt. Dabei wird der Beutel mit den Drogen in ihrem Bauch beschädigt, so dass die Droge in ihren Blutkreislauf gelangt. Doch statt daran zu sterben erlangt Lucy durch die Überdosis Zugang zu bisher ungenutzten Arealen ihres Gehirns.

Sie kann Menschen, Tiere und selbst Gegenstände mit Hilfe ihrer Gedanken beeinflussen, später sogar verändern. Sie spürt alles um sich herum, hört und fühlt quasi sogar das Gras wachsen. Bald wird jedoch klar, dass dieser Zustand für Lucy sehr gefährlich ist. Zum einen wegen des wütenden Drogenbosses. Zum anderen, weil ihre Allwissenheit ihren Körper überfordert. Kann ihr Prof. Samuel Norman (Morgan Freeman) helfen?

Meine Meinung:
In der ersten halben Stunde zeigt der Film jede Menge Potenzial für gute Unterhaltung. Schließlich sieht man die Verwandlung eines naiven Mädchen in Wonderwoman. Die trägt dann auch noch einen schwarzen BH unterm weißen T-Shirt und läuft mit großkalibrigen Waffen durch die Gegend. Sie lässt sich ohne Betäubung am Bauch operieren, bringt Männer allein durch die Kraft ihrer Gedanken zu Fall und fährt wie eine angesengte Sau durch Paris.

Leider wird es mit jeder Minute mehr albern als unterhaltsam. Das liegt nicht allein an der Geschichte selbst, sondern auch an den surrealen Effekten. Die werden von Lucy also Scarlett Johansson mehr dümmlich als fasziniert bestaunt. Zumindest schaut sie nicht gerade vorteilhaft aus der Wäsche. Da kann sie auch noch so schlaue, analytische und tiefgründige Sachen sagen: Sie guckt dabei wie ein Schaf im Bälleparadies.

Ich weiß nicht, ob das so eine Art zweite „Nell“ darstellen sollte. Jodie Foster musste damals ja auch erstmal mit der Menschenwelt und Unmassen neuer Erkenntnisse umgehen. Dabei sah sie allerdings sympatisch aus. Scarlett Johansson steht dagegen nur der Mund ein wenig offen und sie zieht hin und wieder die Augenbrauen ein paar Millimeter zusammen. Gut, mehr macht sie sonst auch kaum.

Morgan Freeman scheint sich zur Zeit sehr auf utopisches Filmmaterial mit tieferem Sinn eingeschossen zu haben. Schon bei „Transcendence“ war er der Professor, der dem Zuschauer erklärte, welche Folgen welcher Fortschritt hatte. Aber auch dieser Film war irgendwie albern. Leider sind „Lucy“ und „Transcendence“ aber nicht albern genug, um als Trash durchzugehen und nicht gut genug, um den esoterischen Quatsch zu ertragen.

Mein Fazit:
Der Film „Lucy“ wird seinen Trailern nicht gerecht. Diese versprachen Action und Sexappeal, die es während des Films ja auch gibt. Beides geht jedoch durch den übermäßigen Gebrauch seltsamer Effekte und dedn dümmlichen Gesichtsausdruck der Hauptdarstellerin regelrecht unter. Vor allem das Ende des Films ist so schmalzig geraten, dass es einfach nur langweilt. Vielleicht wäre es besser gewesen, Lucy vor dem Erreichen ihrer vollen Gehirnkapazität zu erschießen und die Möglichkeiten solchen Wissens im Ungewissen zu lassen. Die 100 % nimmt ihr bei dem Schafblick sowieso keiner ab.

Kategorie Kino, Kino+Theater
Tina
Autor

Tina liebt gute Geschichten und da vor allem interessante Lebensgeschichten. Deshalb liest sie viele Bücher, geht gern und oft ins Kino und studiert neben Job und Kindern Kulturwissenschaften (Literatur und Geschichte) in Teilzeit und aus der Ferne. Abgesehen davon mag sie entspannte Wochenenden mit den Kindern, Cappuccino mit Freunden und das Meer.

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