Film: „Jack Ryan: Shadow Recruit“

Wahrscheinlich hätte ich mir diesen Film gar nicht im Kino angesehen, sondern bis zur DVD gewartet. Aber bei einer Sneak-Preview weiß man ja nicht, was kommt. Und in diesem Fall war es „Jack Ryan: Shadow Recruit“. Ein Polit-Thriller, der alles hat, was man dafür braucht: Ein bis zwei möglichst große Staaten, einen Helden, einen alten Hasen, einen Bösewicht und eine Dame des Herzens. Bitteschön.

Sneak Preview (©Tulpentopf)

Sneak Preview (©Tulpentopf)

Inhalt:
Jack Ryan (Chris Pine) ist Student als die Anschläge von 9/11 sein Land erschüttern. Er bricht sein Studium ab und dient seinem Land fortan als Soldat. In Afghanistan wird er allerdings so schwer verwundet, dass er nie mehr an die Front kann. Stattdessen heuert ihn CIA-Agent Harper (Kevin Costner) als Undercover-Agent an der Wallstreet an. Hier soll er ein Auge auf die Machenschaften internationaler Finanzbetrüger haben.

Was er Ryan dabei schließlich entdeckt, ist nicht nur ein simpler Finanzbetrug, sondern ein terroristischer Anschlag, der die Weltwirtschaft lahm legen würde. Der große Gegner sitzt in Moskau, verfügt über modernste Technik und hat weitreichende Kontakte. Drahtzieher ist hier Viktor Cherevin (Kenneth Branagh). Der ist überaus clever und damit ein ebenbürtiger Gegner für den heldenhaften Ryan. D leisten sein scharfer Verstand und die militärische Ausbildung auf Moskaus hartem Pflaster gute Dienste.

Meine Bewertung:
„Jack Ryan: Shadow Recruit“ kommt mit jeder Menge Klischees daher. Immerhin geht es hier um Amerika gegen Russland – wie zu den besten Zeiten des Kalten Krieges. Die Russen kennen also immer noch nur einen wahren Feind, wie es scheint.  Immerhin haben sie es in diesem Film aber schon ins neue Jahrtausend geschafft und stehen den Amerikanern technisch in nichts nach.

Es gibt einen tragischen Helden, der seiner Liebsten Cathy (Keira Knightley) nicht sagen darf, was er wirklich den ganzen Tag macht und sie damit in Lebensgefahr bringt. Der Held ist natürlich jung, dynamisch,schlau für drei und absolut fit. Seine Herzdame gertenschlank, bildhübsch und mindestens genauso clever, muss aber letzten Endes doch aus den Fängen des Bösewichts gerettet werden.

Dieser Bösewicht hat alles von sehr langer Hand geplant und wenig zu verlieren. Was ihn natürlich noch gefährlicher macht, denn für ihn geht es um Ehre und ein Vermächtnis, auf das vor allem sein Sohn stolz sein kann. Trotzdem ist er irgendwo nur ein Handlanger und wird von seinen „Vorgesetzten“ genauso behandelt, wie er  selbst mit einer Ameise umgehen würde.

Was mir wirklich gefallen hat ist die Rolle von Kevin Costner. Wenn man einmal überwunden hat, wie alt der Mann geworden ist, kann man dessen Part als alten CIA-Hasen wirklich genießen. Costner muss als Agent Harper keine großen Actionszenen hinlegen, was den ganzen Film gleich sympatischer macht. (Wo doch die Riege der alt gewordenen Helden in den letzte Jahren immer gern so tut, als wären sie noch so fit und ansehnlich wie vor 15 Jahren.)

Harper hat eher die Aufgabe, die dummen Fragen zu stellen, die der Otto-Normal-Zuschauer auch stellen würde. Dank seiner Fragen an Ryan versteht man, worauf der Undercover-Agent an der Wall Street gestoßen ist, warum das so schrecklich ist und was getan werden muss, um die Katastrophe zu verhindern. Danke dafür.

Fazit:
Dieser Film ist schlicht gesagt gutes Action-Kino mit politischem Hintergrund. Und nicht zu vergessen, einer ansehnlichen Schauspieler-Riege. Auch wenn ziemlich offensichtlich auf die üblichen Klischees gebaut wird, ist die Handlung nicht zu sehr vorhersehbar. Inwieweit der Film mit dem Buch von Tom Clancy übereinstimmt, kann ich nicht sagen, da ich es nicht gelesen habe. Aber auch ohne diese Vorkenntnisse macht der Film einfach nur Spaß: Hightech wohin man schaut, rasante Verfolgungsjagden und ein bisschen Russisch mit deutschem Untertitel für das richtige Flair.

Von mir bekommt der Film vier von fünf Sternen. Ein Stern Abzug für die Klischees. Ansonsten 1,5 Stunden gute Kino-Unterhaltung.

Kategorie Kino, Kino+Theater
Tina
Autor

Tina liebt gute Geschichten und da vor allem interessante Lebensgeschichten. Deshalb liest sie viele Bücher, geht gern und oft ins Kino und studiert neben Job und Kindern Kulturwissenschaften (Literatur und Geschichte) in Teilzeit und aus der Ferne. Abgesehen davon mag sie entspannte Wochenenden mit den Kindern, Cappuccino mit Freunden und das Meer.

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