Film: „Ivan Locke – No turning back“ mit Tom Hardy

„No turning back“ ist ein Film mit nur einem Schauspieler. Das ist gewagt, denn wenn dieser schlecht ist, kann man den ganzen Film vergessen. Tom Hardy macht seine Sache als Ivan Locke aber wirklich gut. Leider ist der Film trotzdem nicht das Gelbe vom Ei.

"No turning back" in den Passage Kinos Leipzig

„No turning back“ in den Passage Kinos Leipzig

Zum Inhalt:
Ivan Locke ist Bauleiter einer Großbaustelle und der beste Mann, den man in England für ein anständiges Fundament kriegen kann. Eines Abends setzt er sich wie immer in sein Auto und fährt los. Doch er fährt nicht nach Hause, wo seine zwei Jungs und seine Frau auf ihn warten, um mit ihm ein Fußballspiel anzuschauen. Er wird am nächsten Tag auch nicht auf Arbeit erscheinen, auch wenn dann dutzende Laster mit frischem Beton zu seiner Baustelle kommen und jeder auf ihn zählt.

Denn Tom Hardy hat Mist gebaut. Einmal nur, aber offensichtlich dann gleich richtig. Und dieses eine mal Mist bauen hat nun zur Folge, dass er nicht nach Hause sondern nach London fährt. Wo eine Frau von ihm ein Kind bekommt. Wo er im Gegensatz zum eigenen Vater Verantwortung übernehmen will. Auch wenn er deswegen seine Frau, sein Zuhause und seinen Job verliert.

Meine Meinung:
Tom Hardy steigt als Ivan Locke in ein Auto, der Zuschauer setzt sich quasi auf die Motorhaube. Los geht die Fahrt, die knapp 1, 5 Stunden dauert und von einer Vielzahl an Telefonaten begleitet wird. Ivan Locke hat einiges zu klären: Angefangen bei der Geburt seines unehelichen Kindes über die verständlicherweise verzweifelte Reaktion seiner Ehefrau bis hin zur Organisation der Betonlieferung für seine Baustelle. Zu guter Letzt fängt Ivan Locke sogar noch an, mit seinem verstorbenen Vater zu streiten.

Die schauspielerische Leistung von Tom Hardy ist dabei in meinen Augen excellent. Er ist drin in seiner Rolle, absolut glaubwürdig und selbst mit dieser irgendwie viel zu ruhigen Synchronstimme einfach echt. Er durchlebt die fortschreitende Katastrophe, den Zusammenbruch des vormals braven Mannes und die verschiedenen Phasen aus Verantwortungsbewusstsein, Verzweiflung und schierem Durchdrehen.

Leider macht das den Film zwar besser, aber noch lange nicht gut. Denn die Geschichte selbst ist zu abgedroschen. Aus einer Runde Mitleids-Sex auf Montage entsteht ein Kind und der Fremdgänger meint, dass er Job und Familie aufs Spiel setzen muss, um die Verantwortung dafür übernehmen zu können. Weil er selbst nicht so sein will, wie sein Vater. Das kennt man zu gut, das ist zu wenig innovativ

Mein Fazit:
„No turning back“ erzählt von einem braven Mann, der durch eine klassische Dummheit alles verliert, was in seinem Leben wertvoll war. Eben dieses Klassische wird es wohl kaum schaffen kann, die Kinogänger über 1,5 Stunden gut zu unterhalten. Daran kann auch die authentische Schauspielkunst von Tom Hardy nichts ändern. Immerhin sorgt er hier quasi für den dritten Stern in der Wertung.

Kategorie Kino, Kino+Theater
Tina
Autor

Tina liebt gute Geschichten und da vor allem interessante Lebensgeschichten. Deshalb liest sie viele Bücher, geht gern und oft ins Kino und studiert neben Job und Kindern Kulturwissenschaften (Literatur und Geschichte) in Teilzeit und aus der Ferne. Abgesehen davon mag sie entspannte Wochenenden mit den Kindern, Cappuccino mit Freunden und das Meer.

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