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Film: „300: Rise of an Empire“

In 300: Rise of an Empire geht es um die Vereinigung der griechischen Stadtstaaten gegen einen gemeinsamen Feind, die Perser. Es ist ein Helden-Epos um Ehre, Zusammenhalt und den Glauben an das große Ganze. Alles Quatsch! Denn eigentlich geht es hier nur um brachiale Bildgewalt und um Bilder brachialer Gewalt.

©Tulpentopf

Inhalt:
Ernsthaft? Wer diesen Film nach seiner Geschichte auswählt, ist nicht ganz bei sich. Aber gut, wenn es denn sein muss: „300: Rise of an Empire“ spielt quasi parallel zum ersten 300-Film, bei dem ja bekanntlich die 300 Spartaner unter Leonidas ehrenvoll gestorben sind. Dieses Mal sollen die Athener dran glauben, weil eine junge Frau dort als kleines Mädchen geschändet und missbraucht wurde und sich nun rächen will. Inzwischen ist Artemisia nämlich erwachsen, eine schier unbezwingbare Kriegsherrin der Perser und nur noch auf Rache aus.

Natürlich gibt es einen heldenhaften Gegenspieler: General Themistokles aus Athen. Der versucht alle griechischen Stadtstaaten in einem Heer zu versammeln, um der persischen Übermacht zu trotzen. Das gelingt aber erst, als die 300 Spartaner unter König Leonidas quasi den Märtyrertod sterben. In der Zwischenzeit strampeln sich Themistokles und seine paar Hanseln ganz schön ab, um Artemisia in Schach zu halten.

Meine Meinung:
Die Handlung kann man getrost vernachlässigen. Wichtig zu wissen ist eigentlich nur, wer die Griechen sind und wer die Perser und dass die Perser eigentlich gewinnen müssten, weil sie viel mehr Leute und Schiffe haben. Aber eigentlich geht es nur ums große Gemetzel.

Und das wird eindrucksvoll gezeigt: Mit literweise „Blut“ und vorzugsweise in Slowmotion, wenn es besonders lecker oder besonders blutig wird. Bestes Beispiel ist das wohl der Huf des scheuenden Pferdes, der mit Macht im Gesicht eines am Boden liegenden Feindes landet. Da hat es einem gründlich das Gehirn zermatscht, würde ich sagen.

Es mangelt aber auch so nicht an der deutlichen Darstellung von abgeschlagenen Gliedmaßen, spritzendem Filmblut und übermenschlicher Kraftmeierei. Genauso wenig wie an eindrucksvoll inszenierten Bildern der tobenden See mit riesigen Kriegsflotten, die sich wenig später in zersplitterndes Holz verwandeln und – natürlich – Schauplatz des blutigen Gemetzels werden.

Das ganze wird dann auch untermalt von einem epischen Soundtrack, der mindestens so laut aus den Boxen wummert, wie das Klirren der Schwerter. Ein bisschen Sex gibt es auch. Und selbstverständlich stirbt jemand, den man vorher irgendwie ins Herz geschlossen hat. Es soll ja auch noch ein wenig menscheln. Hauptsächlich geht es trotzdem wirklich nur ums Gemetzel.

Mein Fazit:
Wer in diesem Film auf Handlung Wert legt, verdirbt sich den Spaß. Schlimmer geht es dann nur noch, wenn man den Hang zu Ruhm und Ehre in einer aussichtslosen Situation und Kriegsverherrlichung im Allgemeinen einer rechtsgerichteten politischen Gesinnung zuschreiben will. Manchmal darf es auch einfach mal nur Gemetzel sein. Zum Beispiel an einem miesen Tag, wo der Kopf schon genug sinnvolles hin und her gewendet hat. Wo man abschalten will und lieber andere Blutbäder anrichten lässt, als selbst ausfallend zu werden.

Auch wenn mich jetzt die Gewissenspolizei und Moralapostel kreuzigen möchten: Ich finde diesen Film cool, und ziehe nur einen Stern wegen der flachen Story ab. Nicht, weil ich Gewalt toll finde und stundenlang spritzende Blutfontänen aus abgehackten Gliedmaßen ansehen könnte. Sondern, weil man bei diesem Film nicht nachdenken muss. Und weil man es ab und zu ruhig mal krachen lassen kann. Mit brachialer Bildgewalt.

Kleiner Tipp: Der erste Teil des Abspanns ist im Comicstil gehalten und erzählt die Story quasi in wenigen Szenen noch einmal. Da lohnt sich das Sitzenbleiben auf jeden Fall.

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