Film: „3 Days to kill“ mit Kevin Costner

Kevin Costner scheint sich derzeit auf Agenten-Actionthriller einzuschießen. In „3 Days to kill“ schlüpft er nach „Jack Ryan: Shadow Recruit“ zum zweiten Mal in Folge in die Rolle des Geheimagenten der alten Garde. Dieses Mal bekommt er allerdings mehr zu tun und das nicht nur im Dienste der CIA, sondern auch als Vater eines Teenagers. Ganz nebenbei ist er todkrank und genau deswegen besonders aktiv auf der Jagd nach einem besonderen Bösewicht. Genug Stoff für unterhaltsame Verwicklungen.

Zum Inhalt:
Ethan Renner (Kevin Costner) gehört zu den alten Hasen in seinem Job – und zu den Besten. Dafür hat er seine Familie geopfert, denn seine Frau Tina (Connie Nielsen) ist inzwischen seine Ex und zu seiner Tochter Zooey (Hailee Steinfeld) hat er höchstens an ihrem Geburtstag Kontakt. Als Ethan mitten im Einsatz ohnmächtig wird stellt sich heraus, dass er wegen eines Hirntumors nur noch wenige Monate zu leben hat. Diese kurze Zeit möchte er ohne Geheimauftrag und dafür mit seiner Tochter verbringen.

Beides klappt nicht so, wie er sich das vorstellt. Zum einen möchte Zooey, ein waschechter Backfisch mit entsprechenden Problemen, nicht unbedingt mit ihm abhängen. Zum anderen bietet ihm Agentin Vivi Delay (Amber Heard) einen Deal an: Er soll den Waffenhändler „Der Wolf“ (Richard Sammel) töten und bekommt dafür ein Medikament, dass sein Leben verlängern könnte. Dessen Wirkung ist noch nicht erwiesen, aber Ethan bleibt keine Wahl, wenn er mehr als ein paar Monate mit seiner Familie verbringen will.

3 days to kill mit Kevin Costner

©Peter Smola / pixelio.de

Also macht er sich auf, den „Wolf“ und seine rechte Hand, den „Albino“ (Tomas Lemarquis) zu eliminieren. Er hat dafür drei Tage Zeit, was nicht viel ist, wenn man sich die Komplikationen ansieht, mit denen Ethan umgehen muss. Seine Exfrau verschwindet für ein paar Tage nach London und lässt ihn mit seiner pubertierenden Tochter in Paris allein. Die wehrt sich erst gegen die neue Anhänglichkeit des Vaters, fordert dann aber doch seine Aufmerksamkeit und Zuwendung ein.

Das Medikament, dass Ethan regelmäßig von Vivi bekommt scheint zwar zu helfen, hat aber auch Nebenwirkungen, die ihn zu den unmöglichsten Gelegenheiten außer Gefecht setzen. Dies und die Anrufe seiner Tochter machen es nicht gerade einfach, Informationen  aus Mittelmännern herauszuquetschen, Leute umzulegen und sich wilde Verfolgungsjagden mit den Bösewichten zu liefern. Am Ende scheint es auch ganz so, als wäre Ethan wieder im Kreis seiner Liebsten angekommen. Die Verbrecherjagd jedoch endet auf klassische Weise dramatisch – aber gut.

Meine Meinung:
Kevin Costner hat es immer noch drauf. Gut, von der Mimik kann man nach wie vor nicht allzu viel erwarten, aber das hat Costner ja schon immer (und auch in diesem Film wieder) mit Körperhaltung und Bewegung wett gemacht. Schön zu sehen, dass er nicht versucht, den ewig Junggebliebenen zu markieren und trotzdem eine beeindruckende Ausstrahlung hat. Auch Costners Film-Ehefrau (Connie Nielsen) ist kein zu glattes Hollywoodgesicht,  Amber Heard als Agentin Vivi dagegen schon.  Die einzige Schauspielerin, die etwas mehr Bewegung im Gesichtsausdruck hat und davon auch gezielt Gebrauch macht, ist Film-Tochter Zooey alias Hailee Steinfeld.

In einem Agentenfilm wie „3Days to Kill“ kommt es aber eh mehr auf Action an und davon gibt es genug in diesem Film. Da geht mal eben die komplette obere Etage eines Hotels hoch, da wird auch mal einer Agentin von einer Fahrstuhlkabine der Kopf abgetrennt und selbstverständlich gibt es klassische Verfolgungsjagden mit dem Auto.

Das Schöne an diesem Film ist jedoch die Situationskomik, bei der ein Fahrrad und ein Handyklingelton eine wichtige Rolle spielen. Das Fahrrad ist das Comeback-Geschenk von Ethan an seine Tochter Zooey, ruft jedoch weder beim Empfänger noch bei Ethans Kollegen Begeisterung hervor. Der Klingelton wird im Laufe des Films zum Signal für absurde Zwischenspiele, die auf das Konto von Zooey gehen. Wegen ihr fragt der Herr Papa nämlich schon mal mitten in einem Verhör nach dem Rezept für eine italienische Nudelsoße oder bricht einen Auftrag ab, um stattdessen mit seiner Tochter Kettenkarussell zu fahren.

Musikalisch kann man sich auf eine wilde aber gelungene Mischung aus treibenden Orchestersounds, harten Clubbeats und stilvoll melancholischen Songs (passend zum alternden Helden) freuen. Da der Film größtenteils in Paris spielt gibt es auch ein paar schöne Panorama-Aufnahmen und lauschige Plätze der französischen Stadt zu sehen.

Mein Fazit:
„3 Days To Kill“ ist ein klassischer Agententhriller. Sofern man also keine Innovationen erwartet und einfach nur gute actionreiche Unterhaltung sucht, ist man in diesem Film sehr gut aufgehoben. Regisseur McG hat alles in allem ein rundes Paket abgeliefert. Mit einem Kevin Costner, der sich (auch schauspielerisch) immer noch sehen lassen kann. Mit humorigen Zwischenspielen, die die persönliche Geschichte des Geheimagenten nicht zu schnulzig werden lassen. Mit der katzenhaft schönen Amber Heard und einem glaubwürdigen Bösewicht. Kein Blockbuster, aber auf jeden Fall ein solider Actionklassiker. Deshalb 5 Sterne.

Kategorie Kino, Kino+Theater
Tina
Autor

Tina liebt gute Geschichten und da vor allem interessante Lebensgeschichten. Deshalb liest sie viele Bücher, geht gern und oft ins Kino und studiert neben Job und Kindern Kulturwissenschaften (Literatur und Geschichte) in Teilzeit und aus der Ferne. Abgesehen davon mag sie entspannte Wochenenden mit den Kindern, Cappuccino mit Freunden und das Meer.

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