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Serie: „The Night Manager“ mit Tom Hiddleston und Hugh Laurie

Solange man mit Waffen richtig viel Geld verdienen kann, wird es skrupellose Menschen geben, die sich daran eine goldene Nase verdienen. Zum Glück wird es aber auch immer Menschen geben, die ihr Leben aufs Spiel setzen, um diese Waffenhändler zu Fall zu bringen. „The Night Manager“ macht aus einem Ex-Soldaten und Hotelnachtmanager einen Undercover-Agenten, der für den britischen Geheimndienst arbeitet. Ein gefährliches Leben – spannend für den Zuschauer.

©Timo Klostermeier / <a title="pixelio.de" href="http://www.pixelio.de/media/705780" target="_blank">pixelio.de</a>
©Timo Klostermeier / pixelio.de

Zum Inhalt:
Kairo, 2011. Während auf den Straßen der Arabische Frühling tobt, kümmert sich Jonathan Pine (Tom Hiddleston) als Nachtmanager um die reichen und internationalen Gäste des Hotels „Nefertiti“. Besonders eine Frau zieht ihn in ihren Bann: Sophie (Aure Atika). Doch mehr als eine Liebesnacht gönnt ihnen das Schicksal nicht.

Denn Sophia hat Jonathan heikle Dokumente gegeben. Dokumente über illegalen Waffenhandel ihres Geliebten, dem schwer reichen Kriminellen Hamid. Mit den Waffen könnte man ein ganzes Land in Schutt und Asche legen. Jonathan, ehemals britischer Soldat, leitet die Dokumente an die britische Regierung weiter. Sophia bezahlt dafür mit ihrem Leben.

Ein paar Jahre später arbeitet Jonathan immer noch als Nachtmanager. Inzwischen jedoch in einem abgelegenen Luxushotel in Zermatt in der Schweiz. Eines Tages fliegt Richard Roper (Hugh Laurie) mit seinem Gefolge ein. Jonathan weiß, dass auch er hinter dem Waffendeal steckte, für den Sophia damals ihr Leben ließ. Deshalb spielt er dem britischen Geheimdienst erneut wichtige Informationen über Roper zu.

Das MI6 rekrutiert in daraufhin als Undervocer-Agent und setzt ihn auf Roper an. In einer grandiosen Showeinlage „rettet“ Jonathan Ropers kleinen Sohn aus den Händen von Entführern und gewinnt bald schon das Vertrauen des Waffenhändlers. Auch wenn nicht alle von Ropers Gefolgsleuten vertrauensselig genug sind, um den neuen im Team zu akzeptieren.

So wird Jonathan Pine zu Andrew Birch. Und fungiert als Strohmann mit Scheinfirma im nächsten großen Waffendeal von Roper. Geschäftspartner ist wieder Hamid. Jonathan spielt natürlich mit, liefert aber immer wieder wichtige Informationen an den MI6. Informationen, die man in London eigentlich gar nicht haben will. Und die ihn selbst in Lebensgefahr bringen.

Meine Meinung:
„The Night Manager“ läuft auf Deutsch und in der Originalversion auf Amazon Prime. Eigentlich bin ich auch nicht unbedingt der Polit-Thriller-Fan, dafür aber einer von Tom Hiddleston. Dieser Mann ist für mich die Eleganz in Person und höchst talentiert. Leider hat man ihn in dieser Miniserie total verheizt.

Ich frage mich jedenfalls, was sich die Regisseurin dabei gedacht hat. Hiddleston läuft streckenweise durchs Bild wie die Prolls aus der Muckibude: Rasierklingen unter den Armen, wiegender Gang. Sorry, aber dafür ist einfach zu wenig dran, an dem schlacksigen Mann. Auch wenn man sehen kann, dass er durchtrainiert bis zum Anschlag ist.

Vor allem in den ersten zwei, drei Folgen kommt noch die Synchro dazu. Die deutschen Stimmen sind gut gewählt, kommen aber aus der schalldichten Konserve. Dazu die abgehackte Aneinanderreihung der Szenen und der Hang zur Totalen auf Mund, Augen und Schweißtropfen. Was zum Henker hat man sich dabei gedacht?

Hugh Laurie, bekannt als Dr. House, spielt souverän den Bösewicht. Still beobachtend, undurchschaubar und mit wenigen aber bestimmten Sätzen eben der Chef einer großen Organisation, bei der Geld keine Rolle spielt. Und der ruhig in den Armen einer schönen, jüngeren Frau schläft, obwohl er weiß, dass er Böses tut.

Der Stoff von „The Night Manager“ könnte dann auch kaum aktueller sein. Es beginnt mit dem Arabischen Frühling und dem Sturz von Mubarak. Es endet mit einem Waffendeal, bei dem die Ware an der Syrischen Grenze vorgeführt werden. Denn Waffenhändler Richard Roper tarnt seine Anwesenheit dort als humanitäres Interesse und seine Transporte als Hilfslieferungen. Doch das sind natürlich nur Ablenkungsmanöver.

Mein Fazit:
„The Night Manager“ ist mit Tom Hiddleston und Hugh Laurie hochkarätig besetzt. Beide können sich allerdings einen Wolf spielen, wenn die Handlung in aneinander gestückelten Szenen dargestellt wird. Wenn man sich nach zwei Folgen an die Synchro gewöhnt hat, wird die Serie dann aber doch spannend. Es ist nun mal ein ziemlich gefährliches Leben als rechte Hand und Strohmann bei einem Waffendeal, wenn man gleichzeitig als Undercover Agent für den britischen Geheimdienst arbeitet.

Infos zur Serie:
Titel: The Night Manager
Regie: Susanne Bier
Drehbuch: David Farr
Buchvorlage: John Le Carré
Erscheinungsjahr:2016
Studio: TMG
Erhältlich auf Amazon Prime als Stream und digitaler Download. Ich habe es auf Amazon Prime gesehen.

Bewertung

Geschichte
Umsetzung/Regie
Schauspielerische Leistung
Synchronisation

Potenzial nicht ausgenutzt

Tom Hiddleston und Hugh Laurie spielen ihre Rollen ziemlich gut. Dass die Serie trotzdem zwei drei Folgen braucht, um beim Zuschauer anzukommen, liegt an der Aneinanderreihung der Szenen und der misslungenen Synchro. Trotzdem durchaus sehenswert.

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