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DVD: „Elizabeth I“ mit Helen Mirren und Jeremy Irons

Der Film „Elizabeth I“ ist die Fernsehproduktion eines britischen Senders aus dem Jahre 2004. Kein Wunder, dass dieser Zweiteiler also an mit vorbeiging. Aber wenn ich Zeit habe, schließe ich solche Bildungslücken gern. Bei diesem Film hat sich da in jedem Fall gelohnt. Zum einen, weil Elisabeth I eine jener historischen Persönlichkeiten ist, die mich schon immer beeindruckt haben. Zum anderen wegen der schauspielerischen Leistung von Helen Mirren.

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©Ricklef Dmoch/ pixelio.de

Zum Inhalt:
Die Handlung beginnt zu einer Zeit, als sich England in einer handfesten Krise befindet. Das protestantische Inselkönigreich hat mit Spanien und dem Papst übermächtige Feinde. Kein Wunder also, dass seine jungfräuliche Königin dazu gedrängt wird, mit einer Heirat einen politischen Verbündeten zu schaffen, der sämtliche katholischen Feinde im Zaum zu halten vermag.

Ein französischer Prinz soll es sein, der an Elisabeths Seite regiert. Diese genießt die Avancen des Franzosen, der jedoch vom Volk und schon gar nicht vom Earl of Leicester gebilligt wird. Das Volk sieht nur den Katholiken, der Earl ist eifersüchtig. Denn ihn und seine Königin verbindet eine tiefe Liebe, die nicht sein darf. Weil Elisabeth I als Königin keinen Untertanen heiraten darf.

Doch die Liebe zwischen Leicester und Elisabeth I übersteht den französischen Prinzen und auch die heimliche Vermählung Leicesters mit einer anderen Frau. Als Leicester kurz nach der Vernichtung der spanischen Armada stirbt verpflichtet er seinen Stiefsohn, der Herzog von Essex, auf die Königin zu achten.

Zwischen der um Jahrzehnte älteren Elisabeth I und dem jungen Herzog entspinnt sich eine Liebesgeschichte. Doch der Herzog bleibt auch stets auf seinen Vorteil bedacht und nutzt seine exklusive Gunst. Eines Tages geht er jedoch zu weit und wird daraufhin nach Irland geschickt, um die Unruhen dort niederzuschlagen.

Inzwischen fragt sich wohl jeder im Land, welchem der zahlreichen Thronanwärter sie ihre Treue schwören sollten und so kommt es bis zu Elisabeths Tod zu immer mehr Verschwörungen. So stirbt Elisabeth I einsam und mit zweifach gebrochenem Herzen. Und ohne geregelte Thronfolge.

Meine Meinung:
Es soll schon etwas heißen, wenn mich die Elisabeth im TV stark an die in meiner Vorstellung erinnert. Helen Mirren schafft das. Nicht nur im Hinblick auf den Alterungsprozess, die immer üppigere Kostümierung und die dabei gleichbleibende Würde. Sondern auch auf die Darstellung dieser starken Frau mit der ganzen Last ihrer Verantwortung. Und der Darfstellung des verletzlichen Mädchens hinter der Maske, das einfach nur geliebt werden will.

Auch Jeremy Irons überzeugt als Leicester. Er hat einfach Klasse und Ausstrahlung, die ihn als Earl und als Liebhaber gleichermaßen glaubwürdig machen. Hugh Dancy als Herzog von Essex wird da noch eine Weile reifen müssen, um an die beiden alten Hasen heran zu kommen. Wenn er es denn überhaupt schafft.

Natürlich handelt es sich bei Elizabeth I um ganz großes Kostümkino. Allein Elisabeths Kleider mit immer größeren Kragen sind eine Augenweide. Aber auch sonst haben sich Kostüm- und Maskenbildner sowie die Kulissenmacher großes Lob verdient. Die musikalische Untermalung bleibt trotz dramatischer Geschichte wohltuend zurückhaltend und weit ab von Kitsch.

Wer großes Schlachtengetümmel erwartet, wird von Elizabeth I enttäuscht sein. Die Armada wird besiegt, ohne, dass man auch nur ein feindliches Schiff sichtet. Die Altersfreigabe ab 16 hat trotzdem ihre Berechtigung, denn es rollen einige Köpfe und es hat schon etwas Gruseliges, wenn einem Menschen das Gedärm aus dem Bauch gewickelt wird.

Mein Fazit:
Mein historisches Idol Elisabeth I in einem Film zu sehen und keine Abstriche von der eigenen Vorstellung machen zu müssen – das ist eine große Leistung. Mich 210 Minuten bei der Stange zu halten, obwohl man durch die vielen Titel und Beziehungen nur durchsteigt, wenn man sich halbwegs mit der Geschichte vertraut ist, auch. Beides schafft diese TV-Produktion Elizabeth I und versüßte mir damit einen faulen kindfreien Nachmittag.

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