KinderkramLeben

Unser erstes Weihnachten ohne Weihnachtsmann

„Mama, ich weiße, wer der Nikolaus ist. Das bist nämlich du!“ Damit fing sie an, die Tragikomödie ums Thema Weihnachtsmann. Denn in diesem Jahr musste ich der Weihnachtsmann-Ära Adieu sagen. Unser erstes Weihnachten ohne Weihnachtsmann erlebe ich bis jetzt mit einem lachenden und einem weinenden Auge.

Bis letztes Jahr hatten wir unsere festen Weihnachtsrituale. Es wurden Wunschzettel geschrieben. Die wurden zu den Nikolausstiefeln gelegt nebst Lebkuchen und einem Glas Saft oder Milch. Und an Heiligabend riefen meine Kinder aus dem Dachfenster der Großeltern heraus nach dem Weihnachtsmann.

Wunschzettel im Hause @Tulpentopf
Wunschzettel im Hause @Tulpentopf

Nun ist er vorbei, der Zauber.

Der Junior hat sich vom Glauben an den Weihnachtsmann verabschiedet. Zwar weiß er immer noch nicht, wer da Jahr für Jahr in Omas Stube gestapft kam und nach dem Gedichteaufsagen mit dem Opa einen Schnaps getrunken hat. Aber bevor er nochmal ein Lied vorm weißbärtigen Mann mit Rute singen muss, wird er lieber zu groß dafür.

Die Zaubermaus mit ihren elf Jahren hat das alles eh nur noch wegen der schönen Stimmung mitgemacht. Hat ja auch was, wenn es den Weihnachtsmann nur Kraft des eigenen Glaubens immer noch gibt. Und sei es auch nur für den kleinen Bruder.

Aber wie wird nun Weihnachten ohne Weihnachtsmann?

Die erste Verwirrung kam beim Wunschzettel. Schreiben wir den immer noch? Natürlich. Legen wir den zum Nikolausstiefel mit Keksen und Milch? Nein. Aber wofür sind die dann gut? Für die echten Weihnachtsmänner und -frauen. Also Mama, Papa und die Omas, Opas, Tanten, Freunde. Die bekommen die Wunschzettel ganz ohne Lebkuchen-Bestechung als Foto in die Familien-Whatsapp-Gruppe.

Klingt nicht sehr stimmungsvoll, oder?

Und doch gab es in diesem Advent so viele zauberhafte Momente. Das gemeinsame Schmücken des Baumes zum Beispiel. Sonst reines Chaos, weil beide wie wild alles dranhängen wollen, was an Schmuck da ist. Und natürlch selbst, also nur so weit verteilt, wie die kurzen Arme es zuließen.

Weihnachsbaum im Hause ©Tulpentopf
Weihnachsbaum im Hause ©Tulpentopf

Dieses Jahr ganz anders. „Mama, nicht die bunten Kugeln. Nur weiß und rot.“ Hier noch ein silberner Tannenzapfen, dort ein paar Wichtel. Aber nur für jeden einen. „Stopp, Mama, jetzt ist es genug. Ja, so sieht es schön aus.“

Wann sind die beiden nur so groß geworden?

Ganz so groß sind sie dann aber doch nicht. Wenn die Schokokringel mit Zuckerperlen dran kommen, möchten sie den Baum am liebsten gleich wieder plündern. Nach dem Basteln kann ich die Tischdecke entsorgen und der weg zwischen Wohnzimmer und Bad wird wohl an Ostern noch glitzern.

Weihnachtslieder singen sie immer noch gern. Unaufgefordert, zu jeder Tages- und Nachtzeit. Ob nun Rolf Zuckowski oder die die alten Klassiker. Mama hat plötzlich Zimmerverbot, weil im Advent ja schließlich Heimlichkeiten sein müssen. Und „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ macht erst jetzt so richtig Spaß, weil es wirklich alle anschauen wollen.

Schneemänner werden immer noch gern gebaut. Man ist auch noch immer nicht zu groß, um den alten Kindergarten zum alljährlichen Lichterfest zu besuchen. Auf den Weihnachtsmärkten gibt es nun mehr als nur Süßes zu bestaunen. Und noch immer treibt morgens nichts so gut aus dem Bett wie der nächste Stern am Adventskalender.

Schneemann made bei ©Tulpentopf
Schneemann made bei ©Tulpentopf

Weihnachten ohne Weihnachtsmann – ich glaube, ich mag es. Kein alter Mann, der die Geschenke nur dem braven Kind bringt. Dafür mehr vom Sich-gegenseitig-eine-Freude-machen. Ich glaube auch nicht, dass die Augen weniger strahlen werden, wenn endlich Bescherung ist.

Und ich bin mir sicher, dass sie viel zu aufgeregt für dan Gang in die Kirche sein werden. Denn statt Weihnachtsmannbesuch soll es diesmal das Krippenspiel sein, das die Zeit bis zum Abendessen und der Bescherung danach füllen soll. Stillsitzen und Zuhören wird meinen großen Kindern mindestens so schwer fallen, wie den kleinen.

Wenn ihr da einen guten Tipp habt, wie auch dieses neue Ritual streßfrei über die Bühne geht und sogar schön für alle wird – immer her damit.

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