Leipziger Buchmesse mit Kindern: So läuft es entspannt

Leipziger Buchmesse mit Kindern: So läuft es entspannt

Leipziger Buchmesse mit Kindern
Leipziger Buchmesse mit Kindern

Seit letztem Jahr gehört der Sonntag auf der Leipziger Buchmesse meinen Kindern (8 und 10 Jahre alt). Allerdings waren wir ziemlich planlos an die Sache heran gegangen, was für einigen Stress sorgte. In diesem Jahr lief es deutlich besser. Und hier steht, warum.

Im letzten Jahr genügte es uns, dass sich die Kinderbuchverlage offensichtlich in einer Halle versammelt hatten und stürzten los. Für die Kinder war das pure Überforderung. Zu viel Menschen, zu viele Bücher, zu viel Gewimmel.

Die Lösung: Planung statt Chaos.

In diesem Jahr plante ich besser. Nachdem wir 2016 eher zufällig in eine lustige Lesung gestolpert waren, suchte ich dieses Jahr gezielt welche aus. Denn meine Kinder hatten sich damals während dieser Lesung wunderbar entspannt und waren danach auch wieder aufnahmefähig für neuen Lesestoff.

Oha ein Pirat! Wer kennt ihn?
Oha ein Pirat! Wer kennt ihn?

Eben diesen neuen Lesestoff erfragte ich vorab bei meinen Kindern. Nach dem Motto: Welches Buch würdet ihr denn gern von der Messe mitnehmen? So konnte ich an den Tagen vorab schon nach geeigneten Ständen Ausschau halten und hatte eine entsprechende Route zwischen den Lesungen im Kopf.

Also enterten wir am Sonntag gegen Mittag die Buchmesse. Es dauerte keine zwanzig Minuten, bis beide Kinder ihr Traumbuch in der Tasche hatten. Das ging schneller als geplant. Also konnten wir auch eher zur ersten Lesung.

Da wir wirklich viel zu früh dran waren, hörten wir uns einfach die Lesung davor mit an. Dann auch die eigentlich geplante. (Zu den Lesungen gibt es einen extra Beitrag). Und dann gab es erstmal ein Eis und ausgiebiges Cosplay-Gucken. Nach einer Stunde unterhaltsamen Input war das die beste Erholung.

Sitzen, schauen, staunen – und lesen. 

Ja genau, lesen. Denn Kinder wollen Schätze gleich begutachten. Und meine hatten schon mehr als eine Stunde durchgehalten, ohne in die neuen Bücher linsen zu können. Also blätterten sie in den Neuanschaffungen, freuten sich, wenn ein Kostüm richtig klasse aussah und schleckten zufrieden ihr Eis.

Cosplay gucken entspannt.
Viele tolle Verkleidungen.
Die Geister aus Hogwarts waren auch vertreten.

Dann ging es weiter zu den Verlagen. Aber eben wieder gezielt. Denn was meine Kinder im letzten Jahr wirklich gestresst hatte, war die Planlosigkeit inmitten des Buchgewimmels. Wo zuerst hinschauen? Sind die Bücher an diesem Stand überhaupt etwas für mich? Hab ich was Schönes übersehen? Wo finde ich die guten Sachen?

Neues Lesematerial?
Neues Lesematerial?

Deshalb hatte ich eine Vorauswahl getroffen. Und lotste die beiden nun gezielt dort hin, wo sich das Stöbern für sie lohnen würde. Um trotzdem nicht zu fixiert auf ein-zwei Verlage zu sein, ließ ich sie anschließend noch in der Kinderbuchhandlung weiter „forschen“.

Dann ging es zur letzten Lesung, bei der wir erneut zu früh auftauchten. Das sicherte uns gute Plätze beim Wechsel der Autoren. Und gab den Kindern Zeit, sich wieder mit ihren Schätzen zu beschäftigen.

Im Anschluss an die Lesung waren die Gänge angenehm leer. Zumindest für Messeverhältnisse. Jetzt war auch die Gelegenheit da, die Kinder langsam von Stand zu Stand bummeln zu lassen. Nach 16 Uhr wird es Sonntags wirklich gemütlich auf der Buchmesse.

Zusammenfassend habe ich also folgende Tipps für euch:

  • Vor der Messe nach den Buchwünschen der Kinder fragen und wenn möglich schon vorab herausfinden, wo entsprechende Verlage zu finden sind.
  • Auf dem Weg durch die Hallen konkrete Ziele angeben. Mit Orientierungspunkten, die auch das Kind von weitem sehen kann.
  • Die hinteren Übergänge zwischen den Hallen nutzen. Sind nicht so voll wie die vorderen.
  • Feste Buchwünsche am Anfang erfüllen und zwischendurch immer wieder die Zeit geben, diese Schätze auch auszukosten.
  • Lesungen vorab aussuchen, aber auch offen für spontane Aktionen bleiben.
  • Lesungen sind generell eine gute Möglichkeit, sich vom Mensch- und Buchgewimmel zu erholen.
  • Zu früh da sein bedeutet gute Plätze und Zeit zum Entspannen vor dem nächsten Input.
  • Pausen zum Cosplay-Gucken und Eis essen einplanen.
  • Zielloses Bummeln besser erst kurz vor Schluss. Dann sind die Gänge leerer als gewöhnlich.
  • In der Kinderbuchhandlung kann man Bücher von Verlagen entdecken, die man nicht einzeln ansteuern will.

Meine Kinder jedenfalls waren mit dieser Vorgehensweise rundum zufrieden und freuen sich jetzt schon auf die nächste Buchmesse.

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