Leipziger Buchmesse 2016: Dritter Tag – mit Kindern

So als Leseratte mit Kindern habe ich einen großen Wunsch: Dass die Kinder genauso buchverrückt werden wie ich. Dann kann ich sie irgendwann mit auf die Leipziger Buchmesse nehmen und sie finden es genauso toll dort zwischen all den Büchern. Nun, dieses Irgendwann war gestern. Und es war toll, nur eben anders als gedacht.

Spardosen plündern für die Leipziger Buchmesse

Spardosen plündern für die Leipziger Buchmesse

Schon in den vergangenen Jahren spielte ich mit dem Gedanken, sonntags mit den Kindern auf die Buchmesse zu gehen. Bisher war immer irgendwas, warum das nicht klappte. Und wenn es nur der übliche Wochenendkoller aka Zickenterror aka „Wir gehen uns alle gegenseitig auf den Keks“-Blödsinn war. Auch in diesem Jahr sah es erst so aus, als würde aus dem Messebesuch nichts werden. Beide Kinder krank.

Doch ein fauler Samstag und die Aussicht auf neue Bücher wirkten Wunder. Jedenfalls waren am Sonntag beide Kinder fit und mehr als bereit für das große Abenteuer Leipziger Buchmesse. Da ich den Begriff „Buchmesse“ mit den Worten „unglaublich riesengroße Buchhandlung“ erklärt hatte, plünderten die beiden nach dem Mittagessen ihre Sparschweine. Weil sie da nur für den Urlaub mal Geld raus nehmen, lohnte sich das richtig. Also begrenzte ich das Budget auf 25 Euro pro Nase.

Auf dem P&R Parkplatz trafen wir uns mit Nadja. Von dort aus fuhren wir mit einer nur mäßig besetzten Straßenbahn, was uns doch überraschte. Scheinbar will Sonntagnachmittag kaum noch jemand auf die Messe. Wir dagegen wollten die günstigeren Eintrittspreise ab 15 Uhr nutzen.

Mitten im Wasser stehend mit Blick auf den Eingang

Mitten im Wasser stehend mit Blick auf den Eingang

Da wir nun viel früher als geplant ankamen, spazierten wir einfach nochmal durch das große Wasserbecken. Ja genau, durch. Denn da gibt es einen Weg mit interessanter Perspektive. In der Glashalle bekamen meine Kinder dann den ersten Flash. Sooooooooo groß, aber keine Bücher. Dafür ganz viele verkleidete Menschen. Der Junior (7) plapperte und plapperte, die Große (9) wusste nicht so recht, was sie davon halten sollte.

In Halle 2 dann der zweite Flash. So viele Menschen, so viele Bücher. Wo also anfangen? Da meine Kinder noch keine Lieblingsautoren haben, hatten wir auch noch kein Ziel. Nur die grobe Richtung Feen (Tochter) und Dinos/Star Wars (Junior). Immerhin ist beides ziemlich leicht und auch von weitem gut zu erkennen.

So landeten wir zunächst beim DK Verlag. Und der Junior fand ein Dino-Buch, von dem er nur schwer loszueisen war. Angesichts des Preises von 20 Euro vertröstete ich ihn aber auf später – für den Fall, dass da noch ein cooleres Buch auf uns zu kam. Wenig später gab es eine kleine Rangelei um das Malbuch „Der kleine Prinz“. Beide wollten es, aber der andere sollte es nicht haben. Schließlich ließ die Große mit Hinblick auf mögliche Feen-Malbücher davon ab.

Aber langsam wurde mir klar: Wir brauchten heute ein Buchmesse-Scout. Zum Glück traf ich jemanden aus der Verwandschaft, der rein zufällig selbst in der Kinder- und Jugend-Leseförderung arbeitet. Mit Tante Konni fanden wir dann auch die etwas anderen Verlagsstände und damit jede Menge Inspiration für kommende Buchkäufe.

Grübeln über "Rush Hour"

Grübeln über „Rush Hour“

Und dann war da plötzlich Spielzeug. Natürlich pädagogisch wertvolles Spielzeug. Also solches, wo Denk-, Knobel- und Strategiefähigkeiten gefördert werden. Eine gute Viertelstunde probierte sich der Junior dann auch an Rush Hour Junior aus und versuchte, das kleine rote Auto vom verflixt überfüllten Parkplatz zu lotsen. Der Osterhase hat es gesehen und gleich noch die Pralinen-Variante „Chocolate Fix“ dazu geholt.

Nun bin ich nicht der Typ, der die Leipziger Buchmesse wegen der Lesungen besucht. Aber als plötzlich eine Bongo-Trommel durch die Halle zu hören war, lotste uns unser Scout zur Lesebude 1, wo wir uns über Patrick K. Addai amüsierten. Ein Mann mit rabenschwarzer Haut, riesengroßen Augen, die er noch größer machen konnte und leuchtend gelbem Oberteil.

Zu hören gab es die Geschichte Ein Adler bleibt immer ein Adler. Die wurde von Patrick K. Addai nicht einfach erzählt, sondern mit ausschweifenden Gesten und viel Brimborium untermalt. Und natürlich mit der Trommel vertont. Meine Kinder waren hin und weg, tanzten mit, sprachen mit, lachten mit. Und auch wir Erwachsenen hatten unseren Spaß.

Patrick K. Addai in der Lesebude 1

Patrick K. Addai in der Lesebude 1

Das Buch zur Lesung "Ein Adler bleibt immer ein Adler"

Das Buch zur Lesung „Ein Adler bleibt immer ein Adler“

Danach zog es den Junior zurück zum Dinobuch. Nur entdeckte er beim DK-Verlag plötzlich noch ganz andere Bücher. Weil er nicht gerade kontaktscheu ist, setzte er sich schließlich mit dem Buch Coole Kräfte zu drei wildfremden Damen, allesamt Verlagsmitarbeiter, an den Tisch. Diese erklärten dem kleinen Plappermaul dann auch, wo die vielen Klappen und Mechanismen in dem Buch zu finden sind und wozu die da sind.

Der Junior war neu buchverliebt. Dieses musste es werden. Nun denn, also doch keine Dinos. Dafür hatte die Große irgendwo mittendrin „Mia and me“ entdeckt. Zum Glück gab es nicht nur ein großes Buch mit drei Episoden aus der Serie, sondern auch das passende Malbuch dazu. Mit dem 3D Kristall-Schwanen-Puzzle vom Spielestand waren auch ihre 25 Euro damit so gut wie aufgebraucht.

Vor dem Wechsel in die Halle 1 zu den Mangas und Comics, gab es für die beiden ein Eis. Mit diesem setzten wir uns an die Cosplay-Flaniermeile in der Glashalle und bestaunten die Kostüme. Hier hatte der Junior eine freundliche Begegnung mit einen Star Wars-Cosplayer, der ihm freundschaftlich High Five gab. Die Große bewunderte vor allem die edlen Kleider der Feen und Elfen.

Die Manga/Comic-Halle sah für mich einmal mehr nach ungarischem Tshirt-Markt aus. Den Kindern gefiel es ganz gut dort, aber eigentlich waren sie da schon reif für die Heimfahrt. Außßerdem waren sie vom Angebot der vielen Comics überfordert. Nicht einmal die Katze „Chi“ konnte meine sonst comicverliebte Tochter noch locken. So verließen wir kurz vor Toreschluss um 18 Uhr die Leipziger Buchmesse.

Beute von der Leipziger Buchmesse

Beute von der Buchmesse

Zuhause wurden dann die erbeuteten Schätze gesichtet: Zwei Malbücher, ein Feenbuch und eins über die Funktionsweise einfacher Maschinen. Dazu die Erkenntnis, dass man mit Kindern eher zu Lesungen geht, als sie planlos auf die Vielzahl der Verlagsstände loszulassen. Immerhin waren sie aber wirklich mit Büchern von der Buchmesse zurück gekehrt. Schließlich hätten sie ihr Geld auch für Plüschtiere, Spielfiguren und Süßigkeiten ausgeben können.

Im kommenden Jahr werde ich sicher wieder mit meinen Kindern auf die Leipziger Buchmesse gehen. Dann aber gezielt zu Veranstaltungen rund um die Kinderbücher. Da die nicht unbedingt auf dem Messegelände stattfinden, könnten das dann sogar vier buchverrückte Tage werden. Ich freue mich jetzt schon darauf.

Mein Bericht zum ersten Tag auf der Leipziger Buchmesse: HIER.

Mein Bericht zum zweiten Tag auf der Leipziger Buchmesse: HIER.

Meine Bücher-Wunschliste nach dem Besuch der Leipziger Buchmesse 2016: HIER.

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