KinderkramLeben

Urzeitkrebse: Mini-Haustiere für kleine Forscher

Wenn es nach meinen Kindern ginge, hätten wir schon so einiges an Haustieren in der Wohnung. Von der Schildkröte über zwei bis fünf Häschen bis hin zur Ziege stand schon so ziemlich alles auf der Wunschliste. Urzeitkrebse, auch als Triops bekannt, kamen da nie vor. Doch genau diese Tiere sind ein Volltreffer.

So sieht das Triops-Set frisch aufgebaut aus.
So sieht das Triops-Set frisch aufgebaut aus.

Im Advent vergangenen Jahres pflegten wir wie üblich unser Wunschzettelritual. Bei der Tochter (9) tauchten da jede Menge Utensilien für kleine Forscher auf: Vom „Kristalle züchten“-Set über den Experimentierkasten bis hin zum Mikroskop. Alles zusammen ziemlich teuer und mit ein bisschen Pech auch ziemlich schnell uninteressant. Aber da ich selbst als Kind nur zu gern irgendwas zum Forschen gehabt hätte, wollte ich ihr zumindest einen Teil der Wünsche erfüllen.

Am Ende fiel die Wahl auf Urzeitkrebse. Genauer auf das Original Triops Maxi De Luxe von Clementoni. Das „de Luxe“ daran ist wohl die Größe und die Möglichkeit, zwei kleine Teile des Beckens abtrennen zu können. Natürlich kann man das auch günstiger gestalten. Aber ich hatte keine Lust auf „Aquarien“ in Gurkenglasgröße und wollte nach Möglichkeit alles da haben, was man eben braucht.

Genau an dieser Stelle wurden wir dann ausgebremst. Für die optimale Haltung der Tiere ist viel Licht und eine konstante Wohlfühltemperatur notwendig. Um die Lichtbedingungen zu schaffen, hätte das Aquarium auf dem Fensterbrett stehen müssen. Dafür ist es jedoch zu breit. Außerdem wäre es so nah an der Heizung und am Fenster weniger optimalen Temperaturschwankungen ausgesetzt gewesen.

Also bekam es seinen Platz unter dem Hochbett der Tochter, gleich neben ihrem Schreibtisch. Nun steht es auf einem separaten Klapptisch mit eigener Schreibtischlampe. Diese wird morgens eingeschaltet und abends vorm Insbettgehen wieder ausgeschaltet. Da es eine Lampe mit LEDs ist, entwickelt sich dabei keine Hitze und der Stromverbrauch hält sich auch in Grenzen.

Trotzdem war ich skeptisch. Das Sediment mit den Triops-Eiern sah für mich wenig erfolgversprechend aus. Wie dunkle Mini-Sägespäne. Auch dümpelte das Gemisch erst einmal an der Wasseroberfläche herum. Abgesehen davon hatten wir statt destiliertem Wasser das Kondenswasser aus dem Wäschetrockner genommen.

Aber laut Anleitung sollte nach 24-48 Stunden etwas im abgetrennten Minibecken herum zappeln. Nun ja, bei uns dauerte es drei Tage. Dann sah ich helle Punkte im Wasser, die ich zunächst für Flusen vom Trocknerwasser hielt. Doch die bewegten sich ruckartig hoch und runter, kreuz und quer. Eindeutig keine Flusen, sondern irgendwas lebendiges.

Hier ist einer der Urzeitkrebs schon 1,5 cm groß und mopsfidel auf Erkundungstour.
Hier ist einer der Urzeitkrebs schon 1,5 cm groß und mopsfidel auf Erkundungstour.

Meine Tochter war völlig aus dem Häuschen und führte Freudentänze auf. Von da an war sie jeden Morgen direkt nach dem Aufstehen und jeden Abend vor dem Zubettgehen minutenlang am Triops-Aquarium, um den zappelnden Punkten zuzusehen. Und natürlich zwischendurch immer mal wieder.

Mit Hingabe spülte sie die Sägespäne vom Rand des Mini-Aquariums. Irgendwo da drin sollte das Futter für die Winzlinge sein. Und vielleicht war ja auch noch irgendwo ein Ei noch nicht aufgegangen. Schließlich lupfte sie irgendwann „aus Versehen“ die Trennwand zum großen Teil des Beckens, woraufhin wir diese ganz heraus nahmen.

Von da an konnte man den Urzeitkrebsen quasi beim Wachsen zusehen. Nachdem wir im zweiten abtrennbaren Beckenbereich den Rest von Triops-Sediment versenkt hatten, hatten wir nach gut 10 Tagen drei verschieden große Generationen Urzeitkrebse im Becken. Bei der ersten Fütterung waren die meisten Tiere jedoch noch kleiner als das Futter.

Dieses Futter besteht aus kleinen rötlichen Kugeln. Diese soll man zerquetschen aber das gelingt nicht wirklich. Also kam der erste Schwung unzerbröselt ins Wasser. Und natürlich auch noch zu viel davon. Daher bekam die Tochter den Auftrag, das überschüssige Futter mit der Pipette abzusaugen. Wieder ein Grund mehr, sich ausgiebig mit dem Aquarium zu beschäftigen.

Nach ein paar Tagen waren von den vielen Triops nur noch drei übrig – in drei verschiedenen Größen. Immerhin war der größte von ihnen schon etwa einen Zentimeter groß. Eines Tages waren es nur noch zwei und diese beiden dann auch sehr nervös. Sie schwammen wie wild geworden im Aquarium herum und fanden keine Ruhe.

Wenig später war klar, warum. Sie hatten sich gehäutet. Erst der kleinere, dann der große. Der kleinere hatte das Häuten nicht überlebt und lag reglos neben seinem alten Panzer. Der Große sah dagegen plötzlich sehr fischig aus und war wesentlich ruhiger.

Endlich ist der Urzeitkrebs groß genug für eine Sand-Mamor-Ecke.
Endlich ist der Urzeitkrebs groß genug für eine Sand-Mamor-Ecke.
So ein Urzeitkrebs zeigt gern mal seinen roten Bauch. Ein Monat alt, ca. 3 cm groß.
So ein Urzeitkrebs zeigt gern mal seinen roten Bauch. Ein Monat alt, ca. 3 cm groß.

Etwa einen Monat nach dem Ansetzen der Eier war also nur noch ein Urzeitkrebs übrig. Aber der ist nun mit ca. 3,5 cm  groß genug für eine Sandecke mit Steinen. Laut Anleitung lieben es die Tiere, im Sand zu wühlen. Und wirklich fühlt sich unser Urzeitkrebs sehr wohl auf der Sandfläche mit den Steinen.

Natürlich soll der kleine Große nicht alleine bleiben. Deshalb habe ich letzte Woche Triops-Eier nachbestellt und wir haben wieder einen Teil des Beckens dafür abgetrennt. Diesmal war auch Babyfutter dabei, das als dunkelgrünes Pulver ankam. Mal sehen wie lange es dauert, bis der Nachwuchs da ist und wie sich unser großer so entwickelt.

Die Begeisterung für Urzeitkrebse hält derweil nun schon einen ganzen Monat an. Meine bei Vorträgen sonst eher schüchterne Tochter hat letztens vor der Klasse von ihren Triops berichtet, als es um Hobbys ging. Sie hat dafür eine Eins bekommen, was mich ziemlich stolz macht. Denn die gab es nur, wenn zur Begeisterung auch noch etwas Informationen zu Tier und dessen Haltung in den Vortrag einflossen.

Zur Info:

So sieht des Aquarium jetzt mit Sand-Marmor-Ecke aus.
So sieht des Aquarium jetzt mit Sand-Marmor-Ecke aus.

Wir haben das Original Triops Maxi De Luxe von Clementoni  im Dezember 2015 bei A**** gekauft. Das Aquarium fasst etwa vier Liter und ist alles in allem etwa 30 x 40 cm groß. Zu beachten ist vor allem die Sache mit dem Licht. Ich bezweifle, dass wir ohne zusätzliche Lampe überhaupt Urzeitkrebse hätten züchten können. Temperaturen außerhalb des Wohlfühlbereiches und auch einige Schwankungen sind da eher unproblematisch.

Meine Altersempfehlung: Ab 6 Jahre, dann aber nur unter Aufsicht. Meine Neunjährige darf alles allein machen.

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