Mehr mehr mehr! oder Was Kinder wollen

Was Kinder wollen: Immer, grundsätzlich und überhaupt

Letzte Woche war bei uns Stadtfest. Also vier Tage Rummel, Kirmes oder wie auch immer man diese geldschreddernde Veranstaltung auch nennen will. Wir waren nur an einem Tag da. Aber der hat gereicht. Oder auch nicht.

Riesenrad, Breakdancer, Autoscooter, Fliegender Teppich und Butterfly. Dazu noch Wurf- und Losbuden, Süßigkeitenparadiese und natürlich Slush Ice. Die Riesengaudi für Kinder – der schnelle Tod fürs Konto.

Um Letzterem ein wenig vorzubeugen, traf ich mit meinen Kindern eine Abmachung. Wir gehen aufs Stadtfest, aber wir geben nicht mehr als 40 Euro aus. Für einen Abend war das immer noch viel, aber immerhin eine Grenze.

Diese Grenze hätte aber genauso gut bei 4 oder 400 Euro liegen können. Denn kaum war das Budget verpulvert, ging das Gemaule los. ‚Jetzt schon? Aber ich wollte doch noch…‘ Trotz der Erinnerung, dass sie sich genau überlegen sollten, was sie damit anstellen, war das Geld natürlich schneller alle, als die Wünsche.

Eigentlich haben sie ja Recht

Und so ist es eigentlich immer. Wenn es etwas Schönes zu erleben gibt oder sie etwas Tolles haben können, ist es nie genug. Der Fernseher ist nie lange genug an, es geht immer zu früh ins Bett und Eis kann man sowieso niemals genug essen.

Natürlich ist es an mir als Mama, hier eben doch Grenzen zu setzen. Schließlich ist Maßlosigkeit immer ungesund: Für die Kinder, für meine Nerven und oft eben auch fürs Konto.

Spaß macht mir das nicht. Schließlich gibt es nix Schöneres als strahlende Kinderaugen. Und kaum etwas nervenaufreibenderes als maulende, jaulende, bockende Zwerge.

Und eigentlich haben sie ja Recht. Warum soll man denn immer aufhören, wenn es am Schönsten ist? Warum nicht einfach weiter Spaß haben und glücklich sein? Warum sich jetzt Gedanken um das Nachher, Morgen oder nächsten Monat machen?

Kinder leben im Moment. Und sie genießen ihn, wenn er schön ist. Und trauern ihm nach, wenn er vorbei ist. Eigentlich eine schöne Einstellung. Nur eben eine, die man nicht komplett so leben kann. Zumindest nicht als durchschnittlich vermögender Mensch mit Verpflichtungen.

Aber trotzdem

Also muss ich nur allzu oft den Spielverderber geben: Schöne Momente vorbei sein lassen, Nein sagen, wenn ein Ja so viel cooler wäre und an Pflichten, Uhrzeiten und Grenzen erinnern.

Trotzdem überlege ich ein ums andere Mal: Geht da nicht doch noch was? Das kann man als inkonsequent bewerten. Oder als sich leiten lassen und schauen, was passiert. Ich selbst sehe es als den Versuch, mir ein bisschen was von ihrer Einstellung abzuschauen.

Denn meistens stelle ich fest, dass es sich auch für mich lohnt. Dass ich nicht nur den Kindern etwas gönne, sondern auch mir. Und dass mir das mindestens genauso gut tut, wie ihnen. Nur mit dem Gemaule hinterher muss ich noch lernen, klar zu kommen. Denn was Kinder wollen ist trotzdem immer mehr, mehr, mehr!

Kategorie Kinderkram, Leben
Tina
Autor

Tina liebt gute Geschichten und da vor allem interessante Lebensgeschichten. Deshalb liest sie viele Bücher, geht gern und oft ins Kino und studiert neben Job und Kindern Kulturwissenschaften (Literatur und Geschichte) in Teilzeit und aus der Ferne. Abgesehen davon mag sie entspannte Wochenenden mit den Kindern, Cappuccino mit Freunden und das Meer.

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