KinderkramLeben

Mama allein Zuhaus: Erkenntnisse aus einer kinderlosen Woche

Meine kinderlosen Zeiten sind etwas mehr als 8 Jahre her. Bis vor einer Woche konnte ich mich beim besten Willen nicht erinnern, wieviel Zeit man so ohne Mini-Anhang täglich hat. Und was man mit dieser Zeit so anstellt. Doch dank meiner Eltern hatte ich ganze acht Tage Gelegenheit, die Uhr zurückzudrehen und einfach so zu tun, als wäre ich ein kinderloser Single. Was für eine aufregende Woche voller Erkenntnisse, an denen ich euch natürlich teilhaben lassen möchte!

Mama-Auszeit vom ©Tulpentopf
Mama-Auszeit vom ©Tulpentopf

Erkenntnis 1: Es gibt k(l)eine Kobolde
In den vergangenen acht Jahren sind Unmengen an Socken, Schlüsseln, Scheren, Murmeln, Haarbändern, Stiften und ähnlichen kleinen Dingen verschwunden. Auch im Kühlschrank verschwand immer mal etwas: Mal ein Joghurt, mal eine Gurke (ja, eine ganze) und hin und wieder auch eine ganze Packung Salami. Inklusive Verpackung, versteht sich. Natürlich waren das immer Kobolde die uns da einen Streich spielten. Und manchmal sogar einfach „Mamas Gedächtnis“, wie mir meine Kinder immer wieder erzählen wollten.

Diese Kobolde mit heimlichen Fressattacken mögen die gleichen Sachen wie meine Kinder und hausen offensichtlich unter den Betten, hinter den Schränken und auch in den Spielzeugkisten meiner Kinder. Zumindest fand ich dort in der kindfreien Zeit diverse Wurstverpackungen, benutzte Joghurtlöffel und sowie besagte Socken, Stifte und Haarbänder.

Erkenntnis 2: Man kann Kaffee in der gewünschten Temperatur trinken
Ob nun morgens schön heiß mit Blick auf den Sonnenaufgang oder erfrischend kalt aus dem Kühlschrank, wenn man sich abends einfach erstmal auf die Couch fallen lässt. Morgens wird er nicht kalt, weil man niemandem beim Auffinden diverser Sockenpaare helfen muss, die die Kobolde aus Punkt 1 mal wieder verschleppt haben. Abends ist er vor dem Erreichen der Zimmertemperatur ausgetrunken, ohne, dass man drei Pferde gemalt, besagte Scheren aus Punkt 1 wiederfinden und den drölfzigsten Streit zwischen Dreikäsehochs schlichten musste.

Erkenntnis 3: Es gibt dieses „Nachtleben“ wirklich
Abgesehen davon, dass ich für die Elternratssitzung mit „Basteln für Weihnachten“ mal keinen Kindersitter brauchte: Es ist der Wahnsinn, was man abends so alles machen kann, wenn man keine Kinder hat. Meine Bilanz von sieben Abenden ohne Kinder: ein Abendessen im Restaurant (so richtig mit männlichem ERWACHSENEN auf der anderen Seite des Tisches), ein Konzertbesuch (sonntags am Nachmittag zur besten Spielplatzzeit), ein Käffchen mit der Besten (seltenheitswert, da 150 km weit weg), zwei mal Kino (zur normalen 20 Uhr-Vorstellung). An den restlichen zwei Abenden hing ich mit Straciatella-Eis bzw. „Ente á la 8 Kostbarkeiten“ vor der Glotze.

Erkenntnis 4: Zeit ist relativ
Ohne Kinder hat man morgens gefühlt drei Stunden mehr Zeit, um aus den Federn zu kommen. Real betrachtet handelt es sich hierbei um etwa eine Stunde länger schlafen und eine halbe Stunde mehr zum Wachwerden. Trotzdem bin ich nicht pünktlicher als sonst auf Arbeit. Und das obwohl ich niemanden außer mir aus dem Bett schmeißen musste. Von der To-Do-Liste sind gerade mal zweieinhalb von fünf Aufgaben gestrichen, die ich mir für die kindfreie Woche vorgenommen hatte. Mehr Zeit haben heißt also nicht automatisch mehr schaffen. Genauso wenig wie mehr Schlaf gleich weniger Müde bedeutet. Irgendwie blöd.

Erkenntnis 5: Ohne Kids ist vieles doof
Klar ist es anstrengend, wenn man dauernd für zwei kleine Menschen mitdenken muss, Taxi spielt und im Supermama-hat-die-Lösung-für-alles-Modus feststeckt. Klar ist es schön, wenn man im Kino nicht umringt von Kindern an der Kinokasse steht, um allein in eine Nachmittagsvorstellung eines Erwachsenenfilms zu gehen. Und klar, ist es schön, wenn die frischgesaugte Wohnung nicht sofort wieder mit Bergen von Sand, Steinen und Stöcken (aka den wertvollsten und schönsten Schätzen ever) verschönert wird. Aber irgendwie ist es auch weniger lustig.

Denn die Verursacher des großen Chaos in meinem Leben sind auch der Garant dafür, dass ich mindestens einmal am Tag lächle. Aus vollem Herzen und ohne mich dagegen wehren zu können.Manchmal passiert das erst, wenn die beiden Dreikäsehochs tief und selbstvergessen schlafen. Manchmal schon, wenn ich nach der Arbeit auf dem Weg zu ihnen bin. Wichtig ist trotz allem beides: Mamasein und Mama-Auszeit.

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