Familienurlaub im AWO SANO Familienferiendorf Rerik – Ein Rückblick

Familienurlaub im AWO SANO Familienferiendorf Rerik – Ein Rückblick

Unseren Sommerurlaub verbrachten wir in diesem Jahr zum ersten Mal nur zu dritt. Es war also meine erste Reise allein mit zwei Kindern und genau deswegen auch für mich eine Herausforderung. Wie bringt man die eigenen Bedürfnisse mit den Wünschen eines Kindergartenkindes und einer Erstklässlerin unter einen Hut. Vor allem dann, wenn fünf Stunden Autofahrt anstehen und das Wetter am Reiseziel nicht unbedingt das Beste ist. Doch das AWO SANO Familienferiendorf Rerik erwies sich hier als eine sehr gute Wahl.

AWO SANO Familienferiendorf Rerik
AWO SANO Familienferiendorf Rerik

Nachdem ich euch in meinem Beitrag hier schon von den Vorteilen der gemeinnützigen Familienerholungsstätten berichtet habe, kann ich euch nun auch erzählen, wie es wirklich war. Bevor ich zum Familienferiendorf selbst komme aber noch eine Sache vorneweg: Ich bin megastolz auf meine Prinzessin (fast 8) und den Piratenkönig (5), weil sie die fünfstündige Autofahrt ohne Murren und Meckern mitgemacht haben. Sowohl hin also auch zurück. Das ist echt krass, weil wir jeweils nur eine kurze Pause eingelegt hatten.

Aber nun zum AWO SANO Familienferiendorf in Rerik:

Die Lage:
Rerik selbst ist ein hübsches kleines Städchen mit einer kleinen sehenswerten Kirche. Das Salzhaff ist ideal für Surfer jeglichen Könnens, da sehr flach. Der Ostseestrand wurde in diesem Jahr auf mehreren Kilometern Länge verbreitert und mit halbfeinem Sand aufgeschüttet. Man stößt. auch bei tiefergehender Buddelei von mehr als einem halben Meter auf nichts als schönen Kleckerburgensand. Die Ostsee selbst ist hier und vielleicht durch diese Aufschüttung flach wie der Balaton. Nur eben mit vielen Wellen und eindeutig kälter.

Sonnenuntergang an der Salzhaff-Promenade in Rerik
Sonnenuntergang an der Salzhaff-Promenade in Rerik

Wer sein Quartier direkt an der Ostsee haben will, liegt hier falsch. Es sind gut 10 Minuten Fußweg zum Strand. Allerdings geht man dazu an der autofreien Strandpromenade des Salzhaffs entlang, mit Blick auf die Halbinsel Wustrow sowie auf den Hafen für Segelboote und Ausflugsschiffe. Auf halbem Weg ist auch noch ein schöner Spielplatz, bei dem man auch als Erwachsener gern halt macht, um den Ausblick zu genießen. Ohne die kostenfrei nutzbaren Bollerwagen des Familienferiendorfes wäre die Strecke allerdings ein Ding der Unmöglichkeit, wenn man den ganzen Tag mit Kindern am Strand verbringen will.

Das Familienferiendorf:
Das Familienferiendorf besteht aus mehreren Doppelhaushälften und einem zweistöckigen Appartmenthaus. Gleich nebenan befindet sich eine Mutter-Kind-Kur-Klinik und eine Appartmentanlage mit dem Namen „Residenz Meeresblick“, wo quasi die Normalzahler Urlaub machen können, die nicht unbedingt wegen vergünstigter Familienpreise im Feriendorf sind. Ziemlich zentral liegt das Restaurant des Familienferiendorfes, wo alle drei Mahlzeiten des Tages eingenommen werden können. Hier gibt es auch einen kleinen Freisitz, so dass man draußen frühstücken oder abends noch gemütlich einen Cocktail schlürfen kann.

Hauptspielplatz im Familienferiendorf Rerik
Hauptspielplatz im Familienferiendorf Rerik

Unmittelbar daneben befindet sich der Hauptspielplatz des Feriendorfes. Hier findet man die meisten Kinder und das nicht nur wegen des Restaurants. Es gibt auch noch einen Baby-Spielplatz für die ganz Kleinen, auf dem ich aber irgendwie nie ein Kind gesehen habe. Außerdem gibt es noch eine Buddelkiste, etwas versteckt eine Tischtennisplatte und die große Wiese mit Bolzplatz, Beachvolleyballfeld mit Strandkörben und den Grillplatz. Bei schlechtem Wetter verlagern sich die Aktivitäten ins Kinderspielhaus und ins Kreativcenter.

Die Wohnungen:
Jede Wohnung ist mit einer Wohnküche ausgestattet. Hier findet man neben Herd, Spüle, Mikrowelle und Wasserkocher auch das nötigste an Geschirr und Kochutensilien. In der Spüle begrüßte uns ein frisches Geschirrhandtuch, ein nagelneuer Waschlappen und eine Miniflasche Spülmittel. Hätte ich jetzt nicht das Salz zuhause vergessen gehabt, wäre die erste Mittagsmahlzeit also kein Problem gewesen. Das freundliche Personal des Restaurants half uns da aber auch gern aus der Patsche.

Unsere Ferienwohnung im Familienferiendorf Rerik
Unsere Ferienwohnung im Familienferiendorf Rerik

Im Wohnraum gab es eine Zweisitzercouch, zwei Sessel, und Couchtisch und einen Schrank für Spielsachen oder sowas. Den Flachbildfernseher und das Radio kamen bei uns kaum zum Einsatz, sind aber eben da. Der Küchentisch war für drei Menschen vielleicht ein wenig klein geraten, aber wir aßen wenn überhaupt dann auf der Terasse unserer Wohnung, wo ein großer runder Tisch mit vier Stühlen bereitstand. Geschlafen haben meine Kinder im Doppelbett des Elternschlafzimmers, während ich das zweite Schlafzimmer mit Einzelbett ganz für mich hatte..

Da die Nachfrage für Urlaubsplätze in den gemeinnützigen Familienerholungsstätten recht hoch ist, ergatterten wir im Spätsommer letzten Jahres die letzte freie Wohnung für drei Personen. Das war dann ausgerechnet eine behindertengerechte Wohnung, wodurch wir wohl vor allem im Bad etwas mehr Platz gehabt haben dürften als allgemein üblich. Die Türen waren entsprechend breit, in der Dusche gab es eine Sitzmöglichkeit und überall im Bad die üblichen Halterungen.

Außerdem befand sich unsere Wohnung sehr zentral. Um nicht zu sagen, direkt am Hauptspielplatz. So konnte ich auf der Terasse entspannen, während sich die Kinder auf dem Spielplatz austobten und doch immer in Sichtweite waren.

Das Restaurant:
Wer Gourmet-Essen und eine große Auswahl erwartet, sollte woanders buchen. Es gibt morgens eine reiche Auswahl an Brötchen, Aufstrichen, ein paar Marmeladen, Obst und verschiedene Cornflakes. Außerdem gibt es mal Spiegel- und mal Rührei, mal Speck, mal Pancakes usw. Da kann man nicht meckern.

Das Restaurant "HaffInn" im Familienferiendorf Rerik
Das Restaurant „HaffInn“ im Familienferiendorf Rerik

Abends könnte es allerdings schwierig werden, immer etwas Warmes zu finden. Vor allem wenn die Kinder etwas eigensinnig sind. Hier gibt es nämlich nicht jeden Abend Pommes oder Nudeln. Zum Glück, wie ich finde. Manche würden es als Pech bezeichnen, weil es eben nur zwei warme Gerichte gibt plus eine vegetarische Variante. Die Speisen sind größtenteils kindgerecht gewürzt, vor allem Gemüse also so gut wie gar nicht. Fisch ist natürlich immer in irgendeiner Form dabei, man befindet sich schließlich am Meer.

Das Freizeitangebot:
Jeden Tag ein Fitnesskurs für Erwachsene, dazu die Möglichkeit, in die Sauna zu gehen oder kosmetische Behandlungen zu buchen. Damit hört das Freizeitangebot für Erwachsene aber auch schon wieder auf. Für Kinder gibt es dagegen reichlich Abwechslung: Basteln (Armbänder, Leuchttürme, Schatzkisten, Taschen), Ballspiele, Wasserspiele, Ponyreiten (leider viel zu selten), Stockbrotbraten, Puppentheater.

Freizeitangebot im Familienferiendorf Rerik
Freizeitangebot im Familienferiendorf Rerik

Außerdem gibt es da noch das Kinderspielhaus, in dem Kinder zwischen 2 und 7 Jahren stundenweise betreut werden. Im Grunde handelt es sich dabei um einen Kindergarten mit ausreichendem Spielangebot. Für Erstklässler wie meine Tochter war das schon zu sehr „Babykram“. Nur den Hexentag, bei dem 16 Kinder nach Voranmeldung ganz nach Hexenart zauberten, bastelten und Spiele spielten war auch noch nach ihrem Geschmack. Dieses ca vierstündige Event gibt es einmal wöchentlich mit wechselnden Themen.

Unser Aufenthalt:
Wir sind 400 Kilometer gefahren, um das Auto dann eine Woche lang stehen lassen zu können, ohne, dass es langweilig wurde. Das Wetter war durchwachsen: mal 24 Grad und Sonne, mal dicke Wolken und windig bei 19 Grad. Für August nicht gerade ideal aber eben typisch deutscher Sommer. Drei Badetage von sieben Urlaubstagen und trotzdem jeden Tag die Gelegenheit, wenigstens mit nackten Füßen im Wasser zu stehen. Der kräftige Wind (für Küstenbewohner wohl eher als laues Lüftchen bezeichnet) sorgte dafür, dass Wolken genauso schnell verschwanden, wie sie auftauchten.

Neben den Badeausflügen vertrieben wir uns die Zeit mit ertragreicher Schatzsuche am Strand, Möwenjagen und ausgiebigen Spielplatztobereien. Da besagter Spielplatz gleich neben unserem Ferienzuhause lag, schaffte ich knapp 800 Seiten meines Fantasybuches. Das ist weit mehr, als ich erwartet und erhofft hatte. Vor allem, wenn man bedenkt, dass die Kids abends nie vor halb 10 im Bett lagen. Vom Glücksgefühl dank Sonne auf der Haut, Wind im Haar, Wellenrauschen im Ohr und Ostseesand unter den nackten Füßen berichte ich später noch ausführlich.

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