Erkenntnisse aus der Mutter-Kind-Kur

Erkenntnisse aus der Mutter-Kind-Kur

In den letzten drei Wochen war ich weg. Mit beiden Kindern raus aus dem Alltag und mal fast nur mit mir selbst beschäftigt. Kein Job, kein Haushalt und vor allem kein Stress. Dafür gute Luft, neue Eindrücke und Langeweile. Muss man auch erst mal genießen lernen. Was davon hängen geblieben ist und welche Erkenntnisse unsere Mutter-Kind-Kur gebracht hat, könnt ihr hier nachlesen.

©Tulpentopf
©Tulpentopf

Still ruht Zingst im Februar.
Denn die Ostsee-Metropole ist dann in etwa so belebt wie die Schkeuditzer Einkaufspassagen sonntags 14 Uhr. Also eher so nach dem Motto: „Huch, da ist ja noch ein Mensch.“ Dementsprechend hat man den kilometerlangen Ostseestrand fast ganz für sich allein. Und kann neben dem herrlichen Wellenrauschen sogar mal wieder seine eigenen Gedanken hören.

Hier versteht man die Mutter.
Als Mama muss man hier recht wenig erklären, wenn man was zu erzählen hat. Weil alle Kinder haben und damit den Rattenschwanz kennen, der am Kinderhaben dran hängt. Ob Betreuungsprobleme während der Arbeitszeit, übergriffige Großeltern oder desinteressierte (Ex-)Partner. Ach und die Macken und Phasen eines Kindes kennt hier auch jede.

Nicht unter fünf Jahren.
Wenn der Nachwuchs nicht gerade überm Smartphone/Tablet/ Nintendo-Ding hängt, flitzt er in unglaublichem Zickzack durch die Gänge. Deshalb darf er auch erst ab acht Jahre allein ans Buffet. Und wegen der neugierigen Finge, die eher direkt zur Wurstscheibe als zur Anlegegabel greifen. Stress für Mutter und Kind. Abgesehen davon nehmen größere Kinder leichter Abschied von der Mama, wenn es in die völlig neue Gruppe geht. Und vielleicht auch nicht jeden Infekt mit, der gerade umgeht.

Magen-Darm ist der Teufel
Wenn man Platz am Buffet haben will, lässt man sein Kind davorkotzen. Für Sie getestet. Sofort hat man einen Tanzbereich von mindestens anderthalb Metern ganz für sich allein. Denn allein der Verdacht auf Magen-Darm-Virus bringt auch ungläubige Mütter hier dazu, sich zu bekreuzigen. Schließlich bedeutet so ein ansteckender Infekt den Ausschluss aus allen Gruppenräumen und -aktivitäten. Bei uns war es nur abgestandenes Wasser von der Anreise. Andere lagen die Hälfte der Kurzeit flach.

Zwei sehr wichtige Lektionen zum Thema Krankheit.
Du wirst während der Kur nicht von dem geheilt, was du an Leiden mitgebracht hast. Mit ein bisschen Pech wird dieses Leiden nämlich gar nicht erst behandelt oder vielleicht ein einziges Mal besprochen. Und: Wenn dir die Meinung eines Arztes nicht passt, geht ein oder zwei Tage später nochmal ins medizinische Zentrum und frag nach einem Termin bei einem anderen Arzt. Hier tun sich nämlich Welten auf, was die Behandlung angeht.

Hüte dich vor „Terrain Kur“
Um als untrainiertes Etwas nicht sofort und garantiert krank darnieder zu liegen, hüte dich vor „Terrain Kur“ im Therapieplan. Gemeint ist damit nichts weiter als „Bewegung in der jeweils vorhandenen Umgebung“. Mit Bewegung ist Joggen oder Walken gemeint. Der Anfängerkurs „Joggen“ wirft echte Anfänger bei dem milden „Reizklima“ der Ostsee um. Auch beim Walken holt man sich im Februar gern mal eine Nasennebenhöhlen-Entzündung.

Stockkampf macht dagegen richtig Laune.
Und man kann und sollte dabei an nichts anderes denken, als „eins, zwei, drei, vier“ oder „links, rechts, rechts, links“. Ansonsten haut man mit dem Stock gern mal ins Leere, worüber sich prima lachen lässt. Das entspannt mindestens so sehr, wie ein Melissenbad. Bei dem man durchaus mal einschläft, selbst wenn einem das Zuhause auch nach einer Stunde nicht gelingen würde. Hier schafft man das nach fünf Minuten.

Zwei Termine pro Tag – Ja, das muss so!
Unvorstellbar war für mich auch, dass mir zwei Termine pro Tag schon zu viel sein könnten. Klar, am Anfang dachte ich: „Wie jetzt, nur zwei Anwendungen pro Tag?“ Bereits nach acht Tagen war mein Hirn jedoch schon so entspannt, dass ich Gefahr lief, selbst diese beiden Termine zu vergessen. Und in der dritten Kurwoche hatte ich teilweise nicht einmal mehr Bock auf diese zwei Termine am Tag.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Langeweile kann schön sein, ja sogar Spaß machen. Es macht einen Heidenspaß, sich 1,80m lange Stöcke um die Ohren zu hauen. Andere Sportangebote folgen dagegen dem Motto „Sport ist Mord“. Entspannend für Mama und Kinder wird eine Kur, wenn alle gesund bleiben und ein gewisses Mindestalter erreicht haben. Und: Die Ostsee ist immer schön. Also auch bei stürmischer See, Bibberkälte und fast ganz ohne andere Menschen. Ich will sofort wieder hin.

Auch Petra vom Allerlei-Themen-Blog hat die Erkenntnisse aus ihrer Mutter-Kind-Kur verbloggt: Anderes Kurhaus aber auch Ostsee und vor allem lesenswert, wenn man mehr als eine echte Meinung und Zusatzinfos sucht. Hier entlang bitte.

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