FilmKinderkram

„Peanuts“ mit Kindern – die etwas andere Review

Manche Filme sind so groß oder kultig, dass ich mir eher die Finger abhacken würde, als sie zu rezensieren. „Star Wars“ zum Beispiel sollte man nur auseinander nehmen, wenn man richtig drin ist in der Materie. Finde ich jedenfalls. Mit „Peanuts“ ist das genauso – und doch irgendwie ganz anders.

©Tim Reckmann / <a title="pixelio.de" href="http://www.pixelio.de/media/676999" target="_blank">pixelio.de</a>
©Tim Reckmann / pixelio.de

Klar kenne ich Snoopy. Der Hund ist einfach mal der coolste Vierbeiner mit Vogel. Aber abgesehen von seinem Herrchen Charlie Brown könnte ich die Kinder da nicht namentlich aufzählen, geschweige denn zuordnen. Aber Snoopy ist so cool, dass meine Kinder schon nach dem ersten gesehenen Trailer unbedingt den Film sehen wollten. Also dann mal rein ins Vergnügen.

Und wirklich hatten meine Kinder ihren Spaß, als wir gestern „Peanuts“ im Kino sahen. Jedes auf seine Art und für mich höchst aufschlussreich.

Die Tochter gab sich erstmal vorpubertär cool. Mit ihren 9 Jahren weiß sie, dass es ewig dauert bis der eigentliche Film losgeht. Und kommentiert wenn überhaupt dann sehr extrem das Gesehene: „Boah, müssen die mich so tierisch erschrecken?“ „Das ist zu eklig.“ „Wie ich das hasse!“. Wohlgemerkt sind wir da noch bei der Werbung und den Trailern.

Sohnemann dagegen war vorpubertär genervt. So als siebenjähriger Erstklässler geht es einem nie schnell genug. Alles muss jetzt sofort losgehen. Oder wird wissenschaftlich betrachtet. Sitzreihen werden gezählt, Sitzmechanismen auf Funktionsprinzip untersucht und natürlich wird genau hingeschaut, wo das Bild auf der Leinwand überhaupt herkommt.

Endlich ging der Film los. Es dauerte keine zwei Minuten und beide waren am Kichern. Klar, so viel Pech wie Charlie Brown muss man erstmal haben. Und überleben. Und Tiere sind generell total Klasse, auch wenn das manchmal total uncool rüberkommen könnte. Bei Snoopy funktioniert das jedenfalls auch für vorpubertäre Grundschüler.

Nach einiger Zeit hatte ich jedoch zwei sehr verschiedene Reaktionen auf den „Peanuts“-Film. Während sich das eine Kind schier zerfetzte vor lachen, versank das andere ein ums andere Mal stellvertretend für die Kids auf der Leinwand im Erdboden. Fremdschämen galore, also.

Die Kichererbse war meine Tochter. Völlig entspannt, jeden Gag voll auskostend und mit einer gehörigen Portion Schadenfreude schaute sie sich den Film an. Ich werde einige der Szenen mit Sicherheit noch mehr als einmal nacherzählt bekommen. Heute früh jedenfalls kamen schon vor der Schule ihre Mädels in dern Genuss ausführlicher Berichte.

Der Sohn dagegen durchlebte Momente des Grauens. Wie peinlich kann der Typ da eigentlich sein? Wie kann man seiner Liebsten derart bescheuert vor die Füße fallen? Charlie Brown war quasi zum Weggucken peinlich.

Dabei schien sich der Junior eigentlich ein paar Tipps holen zu wollen. Denn immer wenn Snoopy seinem Herrchen Nachhilfe in Eroberungstaktiken gab, wäre der Sohn wohl am liebsten in den Film gekrochen und hätte das ein oder andere gern noch mal erklärt bekommen. Also bitte, wie geht das noch mal mit dem Beeindrucken von Mädels?

Das könnte daran liegen, dass der Junior gerade total verknallt so eine Winzigkeit verliebt ist. Da kann man sich ja von Profi schon noch ein paar Tipps holen. Die er eigentlich nicht braucht, weil die Angebetete Klassenkameradin schon zu seinem Kindergeburtstag kam und er nun zu ihrem gehen wird.

Abgesehen davon bekam das der Typ da vorn ja eh nicht hin. Und manchmal musste dann auch der Junior über ihn lachen. Irgendwo waren wohl beide Kinder auch ganz froh, dass andere und nicht sie selbst sich nicht so duselig angestellten. Ein gutes Gefühl und der Grund warum beide beim Kultklassiker „Peanuts“ ihren Spaß hatte.

Tags
Zeig mir mehr

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ähnliche Artikel

Schau dir auch das an

Close