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Animationsfilm: „Zoomania“

Was wäre das für eine Welt, in der Raubtiere und Beutetiere friedlich miteinander leben? Und wie schnell wäre es damit vorbei, wenn das Gerücht aufkäme, dass die Raubtiere bald wieder böse und gefährlich sind. Zoomania zeift auf rasante Weise, was Vorurteile anrichten können. Leider etwas zu heftig für manche Kinder.

©Radka Schöne / <a title="pixelio.de" href="http://www.pixelio.de/media/733803" target="_blank">pixelio.de</a>
©Radka Schöne / pixelio.de

Zum Inhalt:
In der Welt von Zoomania ist alles möglich.
Naja, außer vielleicht, dass ein Hasenmädchen Polizistin wird, denn Polizisten werden nur große Tiere und vor allem Fleischfresser. Aber Judy Hopps lässt sich das nicht einreden und geht auf die Polizeischule. Am Ende ist sie Jahrgangsbeste und wird dem 1. Revier in Zoomania zugeteilt.

Zomania ist eine gigantische Stadt, in der es sämtliche Lebensräume sämtlicher Tierarten gibt. Hier leben Raubtiere friedlich mit Pflanzenfressern zusammen. Aber ganz frei von Verbrechen ist die faszinierende Großstadt nicht. Denn aktuell werden 14 Raubtiere vermisst. Wie aufregend!

Doch die frischgebackene Polizistin Hopps wird zum Strafzettelverteilen eingeteilt. Und geht gleich mal dem Trickbetrüger Nick Wilde, einem Fuchs, auf den Leim. Als sie seine Masche entdeckt und ihn zur Rede stellt, verhöhnt er sie. Doch durch einen simplen Trick bringt sie den Fuchs dazu, ihr bei der Suche nach einem verschwundenen Otter zu helfen.

Nicks zwielichtige Machenschaften erweisen sich hier als nützlich. Denn die Spur führt zu einem Limousinenservice, der von der Mafia geführt wird. Doch entgegen der ersten Vermutung, hat die Mafia selbst Verluste zu beklagen und ist genauso an der Aufklärung der Vorfälle interessiert. Eine rasante Verfolgungsjagd beginnt.

Alle sind geschockt, als sich herausstellt, dass die verschwundenen Raubtiere nicht einfach entführt wurden. Sie sind wieder böse und eine Gefahr für die Gesellschaft. Das verändert das Zusammenleben der Tiere in Zoomania, denn plötzlich sind alle Raubtiere wieder potenziell gefährlich und werden entsprechend ausgegrenzt.

Die kleine Hopps wird für ihren Ermittlungserfolg gefeiert. Kumpel-Fuchs Nick zieht sich jedoch von ihr zurück und in der Stadt werden Raubtiere angepöbelt und in ihren Rechten eingeschränkt. Das ist nicht das, was Hopps wollte und so quittiert sie den Dienst und geht zurück aufs Land zu ihren Eltern.

Durch einen kleinen Zufall findet sie dort heraus, was die Raubtiere wieder böse macht. Und, dass es nicht nur Raubtiere treffen kann. Denn die Königin der Nacht verwandelt jedes Tier in eine Bestie. Noch einmal soll Nick Wilde ihr helfen – und er tut es auch. Gemeinsam kommen sie so einem Komplott auf die Spur, das seine Kreise bis in höchste Regierungsebenen zieht.

Meine Meinung:
In den Trailern von Zoomania ging es fast immer richtig schnuffig zu. Allein schon die Faultiere in der Kfz-Zulassungsstelle waren der Hit. Auch sonst sind die verschiedenen Tiere sehr fantasievoll gestaltet und haben authentische Eigenschaften bekommen. Die Art wie die Tiere miteinander umgehen, gut platzierte Gags und ins Gegenteil verdrehte Klischees sorgen schon für einige Lacher.

Nur so ein paar Beispiele: Der tiefenentspannte Yak hat einen Vergnügungspark für Nudisten. Landei Judy kann kaum hinschauen, denn Tiere sind in Zoomania immer angezogen. Officer Clawhauser ist ein fetter Leopard am Empfang des Polizeireviers. Und zweite Bürgermeisterin Bellwether ist ein Schaf, dessen Haartolle jeder gern mal durchwuschelt, den sie zu nah an sich ran lässt.

Aber Zoomania ist nicht nur witzig. Bei den Ermittlungen zum verschwundenen Otter geraten Judy und Nick an einen Wolf, der sich vor ihren Augen verwandelt. Der quasi von Jetzt auf Gleich kein friedlicher Mitbürger der Stadt ist, sondern ein gefährliches Raubtier. Da sich das ganze mitten in der Nacht abspielt, war mein erster Gedanke: Werwolf?

Aber nein, es ist ein geheimes Mittel, dass aus den Raubtieren gefährliche Bestien macht. Und wie gefährlich die Bestien sind – und die Drahtzieher hinter dieser Verwandlung – das wird in Hollywoodmanier ausgebadet. Da kracht es und scheppert es und die bösen Tiere kommen gerade in 3D ziemlich eindrucksvoll bedrohlich rüber.

Leider werden diese Situationen nicht oder erst spät vom nächsten Lacher aufgelöst. Zartbesaitet sollten die kleinen Zuschauer also nicht sein. Da hilft es auch nicht, dass es ein fettes und lustiges Happy End gibt.

Meine Meinung:
Zoomania ist ein Actionfilm für Kinder. Der Animationsstreifen hat zwar seine lustigen Momente und steckt voller witziger Details mit liebevoll ausgearbeiteten Charakteren. Aber so fluffig und harmlos wie die Trailer vermuten lassen, geht es lange nicht zu. Disney lässt es hier ordentlich krachen und landet dabei sicher gut bei älteren Kindern und Erwachsenen.

Altersempfehlung:
Der Film ist laut FSK ab 0 Jahren freigegeben. Mehr als den Trailer dürften sich die Entscheider da aber nicht angesehen haben, denn ich würde den Film wenn überhaupt, dann erst ab 6 Jahren freigeben. Meinem Sohn (7) war er jedenfalls zu heftig und er denkt immer noch mit Gruseln an den Wolf, der sich von lieb zu bedrohlich gewandelt hat. Auch für meine Tochter (9) war es nicht ohne, aber es blieb beim Schreckmoment. Wer sich nicht sicher ist, sollte hier auf 3D verzichten und die schlimmsten Szenen so mit der „flachen“ Variante entschärfen.

Bewertung

Geschichte
Umsetzung/Regie
Charaktere
Spaß

Rasantes Abenteuer

Die Idee von einer friedlichen Welt der Tiere ist gut gemacht und witzig umgesetzt. Doch dann kommen die Bösen und Disney lässt es ordentlich krachen. Zu sehr für fantasiebegabte und ängstliche junge Kinobesucher. Und nur noch halb so schnuffig wie in den Trailern angedeutet.

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