Druckfrisch: „Zündfunke aus Prag“ von Hans-Dietrich Genscher

Vor 25 Jahren war ich gerade mal 11 Jahre alt. Trotzdem begriff ich, dass da etwas sehr großes im Gange war. Wenn so viele Menschen gemeinsam für etwas auf die Straße gehen, muss es etwas Besonderes sein. So etwas Besonderes wie der berühmte Halbsatz von Hans-Dietrich Genscher, der vom Balkon der deutschen Botschaft in Prag ein Stück Freiheit verkündete. Dieser „Zündfunke von Prag“, seine Hintergründe und seine Folgen werden jetzt von ihm selbst rückblickend betrachtet.

Zündfunke aus Prag beim ©dtv

Zündfunke aus Prag beim ©dtv

Zum Inhalt:
Im Herbst 1989 berührten sich deutsche und tschechische Geschichte auf besondere Art. Die Tschechen hatten bereits 1968 während des „Prager Frühlings“ versucht, Reformen für mehr Demokratie und Freiheit in ihrem Land durchzusetzen. Und waren gescheitert. Nun ging das Volk des sozialistischen Nachbarn mit dem gleichen Ziel auf die Straße. Und das Regime in der DDR wurde durch das Aufbegehren seiner Bürger und die Massenflucht existenziell erschüttert. Die Ereignisse rund um die Prager Botschaft und die Demonstrationen in der DDR gaben den Tschechen und Slowaken einen mächtigen Impuls, auch in ihrem Land die Diktatur abzuschütteln.

Hans-Dietrich Genscher war damals zu Recht ein Hoffnungsträger für alle, die neu anfangen wollten. Und er war es, der den Menschen die Botschaft überbrachte, die ihnen die gewünschte Freiheit bringen sollte. Und die erst der Anfang für eine ganze Reihe Veränderungen war – für die deutschen wie auch für die tschechischen Bürger. Als einer der maßgeblichen Akteure blickt Hans-Dietrich Genscher in „Zündfunke aus Prag“ aus dem Abstand eines Vierteljahrhunderts noch einmal zurück. Karel Vodička führte Geheimdienstdokumente und diplomatische Korrespondenz der BRD, der DDR und der ČSSR zusammen und förderte bisher unbekannte Zusammenhänge zu Tage.

Zu den Autoren (laut Verlag):
Hans-Dietrich Genscher, geboren 1927 in Halle, war von 1969 bis 1974 Bundesminister des Innern sowie von 1974 bis 1992 fast ununterbrochen Bundesminister des Auswärtigen und Vizekanzler der Bundesrepublik Deutschland.

Karel Vodička, Dr. phil., geboren 1949 in Aussig, 1985 mit seiner Familie ins politische Exil in die Bundesrepublik Deutschland geflüchtet, arbeitet als Politologe am Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung an der TU Dresden und als Lehrbeauftragter an der Philosophischen Fakultät der Jan-Evangelista-Purkyně Universität (UJEP) in Ústí nad Labem. Publikationen zur Geschichte und zum politischen System Tschechiens sowie zur Systemtransformation im postkommunistischen EU-Raum.

Infos zum Buch:
Titel: Zündfunke aus Prag
Autoren: Hans-Dietrich Genscher und Karel Vodicka
Verlag: dtv
ISBN: 978-3-423-28047-1
Erscheint am 08. Oktober 2014

Wir haben dieses Buch nicht vorliegen, sondern möchten es nur vorstellen. Dies geschieht ohne Wissen oder Zutun von Verlagen.

Kategorie Neuerscheinungen
Tina
Autor

Tina liebt gute Geschichten und da vor allem interessante Lebensgeschichten. Deshalb liest sie viele Bücher, geht gern und oft ins Kino und studiert neben Job und Kindern Kulturwissenschaften (Literatur und Geschichte) in Teilzeit und aus der Ferne. Abgesehen davon mag sie entspannte Wochenenden mit den Kindern, Cappuccino mit Freunden und das Meer.

1 Kommentare

  1. Pingback: Druckfrisch: "Meine Sicht der Dinge" von Hans-Dietrich Genscher - Tulpentopf

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.