Wie der neue Job mein Leben auf den Kopf stellt

Wie der neue Job mein Leben auf den Kopf stellt

©Dr. Stephan Barth / pixelio.de
©Dr. Stephan Barth / pixelio.de

Social Media Detox und andere Nebenwirkungen

Seit sechs Wochen habe ich einen neuen Job. Einen, der so gar nichts mit dem davor zu tun hat. Einen, der ziemlich viele meiner Gewohnheiten auf den Kopf stellt. Klingt übertrieben. Ist aber so.

Noch im September hieß mein Job Social Media. Twitter, Facebook und Co. waren meine Gebiet und weil man da eh nie wirklich Feierabend hat, trieb ich mich auch privat ziemlich viel online herum. Hier ein Kommentar, da ein schöner Twitterspruch und eigentlich immer irgendwas zu Recherchieren.

Dann kamen knapp drei Wochen Urlaub. Und dann der neue Job. Ganz furchtbar seriös bei der Bank und da auch noch in der Sachbearbeitung. Statt kreativer Ideen also harte Fakten, klare Rahmenbedingungen und wenn was schief geht, lässt sich darüber nicht diskutieren. Genauso wenig, wie über gute Ergebnisse.

Natürlich hat man den Kopf da voll, wenn alles neu ist. In meinem jedenfalls drehten Dinge wie „Zusatz in Meldeadresse, PVA anlegen“ und „KYC-Schlüssel erfasst“ und „TIN fehlt“ morgens, mittags, abends ihre Ehrenrunden. Manchmal sogar noch im Traum.

Völlig normal und geht sicher vorbei.

Aber was sich tapfer hält, ist die Unlust auf Social Media. Klar schau ich in den Pausen oder abends vorm Abendessen mal bei Facebook vorbei. Instagram besternt der Sohnemann am liebsten, also machen wir das zusammen. Twitter allerdings erschlägt mich.

Schade eigentlich, denn ich mag meine Online-Leute. Zur Zeit aber könnten die Mädels dort Drillinge bekommen, heiraten, den Nobelpreis bekommen oder einfach Fotos von mir posten: Ich würde es nicht mitbekommen. Herren habe ich ja nur wenige in den Timelines, was auch schade ist.

Auch auf dem Blog hier ist es ruhiger geworden. Kein Wunder, denn das Studium ruht wegen des neuen Jobs genauso wie so manch Buch auf meinem SUB. Ohne Nadja wäre hier noch weniger los.

Vielleicht liegt es auch an unserem neuen Tagesablauf. Eine Stunde früher aufstehen, eine Stunde eher Zuhause – das krempelt meinen Biorhythmus ganz schön um. Morgens aus dem Bett kommen ist da genauso schwer wie vorher. Auch wenn 5:30 Uhr eine wahrlich unchristliche Zeit ist.

Aber 15:30 Uhr die Kinder abholen ist eine völlig andere Hausnummer. Plötzlich ist da Zeit bis zum Abendessen. Zeit für Hausaufgaben, Spielen und Vorlesen lassen (also die Kinder mir, nicht mehr umgekehrt). Zeit, die ich manchmal noch gar nicht richtig zu nutzen weiß.

So gegen 17 Uhr könnte ich im Stehen schlafen. Die Kinder drehen da aber noch mal richtig auf. So schön! Nicht. Länger als bis halb 10 halte ich selten durch. Das klingt nach alte Oma, aber mir zieht es einfach die Augen zu. Und bewirkt dann auch, dass ich gegen eins oder halb zwei putzmunter bin. Auch schön. Nicht.

Aber das wird sicher noch. Es muss. Denn der Job macht Spaß. Und es ist Jahre her, dass ich das so sagen konnte. Keine Panik mehr vorm Montag. Kein Muffensausen vorm nächsten Anschiss. Nur vor dem Sprung aus dem kleinen Schulungsteam ins große, richtige  – ja da habe ich noch ein bisschen Schiss.Wie üblich, wenn es um neue Dinge geht.

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