Ostseebad Rerik: Eine Liebeserklärung

Ostseebad Rerik: Eine Liebeserklärung

Blick von der Seebrücke auf das Ostseebad Rerik ©Tulpentopf
Blick von der Seebrücke auf das Ostseebad Rerik ©Tulpentopf

Schon wieder fast zwei Wochen her: unser Urlaub in Rerik. Alle treuen Leser, denen meine Urlaubsschwärmerei allgemein und die Sehnsuchtsbekundungen nach diesem Ort an der Ostsee schon auf die Nerven gehen, mögen mir verzeihen. Aber ich muss echt noch loswerden, was ich an diesem Ort zwischen Insel Poel und Kühlungsborn so liebe.

Na, habt ihr bei Kühlungsborn aufgehorcht. Kennt man ja im Allgemeinen, diese Ostseeperle. Alles schick, weiß und sauber und durch die Kühlung auch noch schön grün dazwischen. Es geht schön flach ins Wasser und wenn die See mal etwas Unschönes anspült, kommt ein Traktor und macht das weg.

Rerik ist sowas wie Prinzessin Murks unter den adligen Ostseebädern. Während die anderen weiß, sauber und schick sind, ist Rerik bunt, mit ein bisschen Dreck unter den Fingernägeln und wirkt hier und da ein bisschen ungekämmt. Sauber ist es trotzdem – sehr.

Man hat mal vor drei, vier Jahren feinen Sand aufgeschüttet, den dann sogar wegen diverser Munitionsfunde ordentlich durchgesiebt, aber die Natur war stärker: Seit der letzten Sturmflut läuft man am und im Wasser wieder öfter über Kies.

Oder auf und durch diverse Wasserpflanzen. Rotbraun, in Massen auftretend und beim Baden nicht unbedingt angenehm. Je nach Wind und Wetterlage wird auch jede Menge davon an Land gespült. Die Fliegen lieben das. Wir nicht so.

Feinsandig sieht anders aus. Dafür gibt es hier Schätze. @Tulpentopf
Feinsandig sieht anders aus. Dafür gibt es hier Schätze. @Tulpentopf

Weil sie die Steine auf dem Strand bedecken. Weil zwischen all diesen Steinen die schönsten Schätze nur darauf warten entdeckt zu werden. In diesem Jahr waren wir allerdings nicht auf Muscheln aus, sondern auf Seeglas. Für die einen ist es Müll, für uns sind es magische Erinnerungsstücke.

Im Ort selbst ist nicht viel los. Die Strandparty verbreitet eher Lagerfeuerstimmung, das Zentrum mit Haffplatz und Seebrücke ist zu klein für ein durchschnittliches Volkfest und die Häuser scheinen bunt zusammengewürfelt, statt einheitlich seebadhistorisch-edel. Wir lieben genau das.

Der Haffplatz in Rerik im Juli 2017 abends halb 10. ©Tulpentopf
Der Haffplatz in Rerik im Juli 2017 abends halb 10. ©Tulpentopf

Und sind wohl deshalb in diesem Jahr genau deshalb zum dritten mal nach Rerik gekommen. Als die Kinder kleiner waren, lohnte sich das AWO Sano Familienferiendorf schon wegen des autofreien Geländes mit Spielwiese, Bolzplatz und Kinderprogramm bzw. Kinderbetreuung. Da sind meine beiden nun herausgewachsen.

Dafür kann man Rerik mit ihnen jetzt ganz anders entdecken. Zum Beispiel die zentral gelegene Kirche besichtigen, die innen komplett bemalt ist. Oder in den Glockenturm steigen, den ich vor drei Jahren noch allein hinaufkletterte und damit wegen meiner Höhenangst auch genug zu tun hatte.

Die Kirche in Rerik ©Tulpentopf
Die Kirche in Rerik ©Tulpentopf

Schön auch, dass sie nun selbst ins Heimatmuseum wollen. Und wirklich Spaß daran haben, die Geschichte des Ortes, das Leben in früheren Jahrhunderten und natürlich so einiges aus der Schifffahrt anzusehen. Ohne, dass man ständig aufpassen muss, wo sie mit ihren Fingern wieder herumgeistern.

Wirklich glücklich waren die beiden aber vor allem über die Bibliothek daneben. In einem deutschen Sommer gibt es an manchen bekanntlich nichts besseres als ein gutes Buch. Und als Urlauber mit Kurkarte kann man sich die Bücher dort kostenfrei ausleihen. Wir waren vier mal dort in den zwei Wochen.

Erlebt haben wir auch so einiges. Denn Kühlungsborn mit seinem Kletterwald ist gerade mal 10 Kilometer entfernt, auf halber Strecke gibt es einen Leuchtturm und das Traumland Erlebnisgolf mit Minigolf unter Schwarzlicht (davon berichte ich euch auch noch). Und wenn man will, kann man mit dem Boot zur Insel Poel übersetzen oder eben diesem eine Haff-Rundfahrt machen.

Den schönsten Abschluss des Tages erlebt man dann aber wieder in Rerik am Strand. Genauer: Auf der Seebrücke. Ob man die Angler über ihre Technik löchern will oder einfach nur aufs Wasser starren – am Ende ist es doch der kitschig schöne Sonnenuntergang, der sich filmreif direkt in Verlängerung der Seebrücke in Szene setzt.

Sonnenuntergang in Rerik ©Tulpentopf

Rerik, wir kommen wieder. Versprochen!

1 Kommentar

  1. Liebe Tina,
    schön, dass du an Kühlungsborn den Kletterwald hervorhebst – genau dort waren wir gleich an unserem ersten Tag hier. Und Rerik kommt auch noch dran.
    Liebe Grüße
    Gela

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