Film: „Ich bin dann mal weg“ mit Devid Striesow

Film: „Ich bin dann mal weg“ mit Devid Striesow

„Ich bin dann mal weg“ heißt das Buch von Hape Kerkeling über seine Pilgerreise auf den Jakobsweg. Das Buch war ein Bestseller. Nun wurde es mit Devid Striesow in der Hauptrolle verfilmt. Aber kriegt Devid Striesow den Publikumslieblinge Hape wirklich hin? Und ist das Buch überhaupt guter Filmstoff?

©Alexander Dreher / <a title="pixelio.de" href="http://www.pixelio.de/media/550146" target="_blank">pixelio.de</a>
©Alexander Dreher / pixelio.de

Zum Inhalt:
Hape Kerkeling (Devid Striesow) ist ein Multitalent und surft auf der Erfolgswelle. Leider achtet er dabei nicht auf seinen Körper, der ihm ein Warnsignal nach dem anderen schickt. Kerkeling ignoriert die Erschöpfung, bis er eines Tages auf der Bühne umkippt und die Ärzte ihm eine dreimonatige Auszeit verordnen. Doch nur rumhängen und nichts tun, das kann Hape nicht. Einfach weitermachen aber genauso wenig.

Also fasst er den Entschluss, zu sich selbst zu finden. Und das nicht irgendwo, sondern bei einer Pilgerreise von mehr als 800 Kilometern. Er will zu Fuß vom französischen Saint-Jean-Pied-de-Port bis zum spanischen Santiago de Compostella wandern. Seine Agentin Dörte (Annette Frier) lacht den übergewichtigen Entertainer erst aus, doch Hape ist es ernst mit dem Pilgern.

Sein Enthusiasmus erhält jedoch schon auf den ersten Kilometern einen deftigen Dämpfer. Der Weg ist kein Spaziergang, das Wetter nicht postkartenreif und spätestens in der ersten Herberge ist ihm nach Heulen. Also legt er die nächsten Etappen mit Bus und Bauerntaxi zurück und kehrt abends in Hotels ein.

Was ihn jedoch wirklich mürbe macht, ist das allein sein. Natürlich begegnet er vielen anderen Pilgern. Aber die, die mit ihm gehen würden, haben ihn als Star erkannt oder sind einfach nervig. Und die, die er selbst gern begleiten würde, wollen mit ihm nichts zu tun haben.

Erst als er wieder zu Fuß pilgert und seinen Gedanken zuhört, ändert sich etwas. Nach kilometerlangen sinnfreien Gedankenschnipseln, kommt er zu sich und zu ersten Erkenntnissen. Und siehe da, schon sind die englische Journalistin Lena (Karoline Schuch) und die zurückhaltende Stella (Martina Gedeck) gern mit ihm zusammen auf dem Jakobsweg unterwegs.

Alle drei denken während des Pilgerns ernsthaft übers Aufgeben nach. Doch immer ist einer der anderen zur Stelle, um denjenigen wieder auf Spur zu bringen. Bis die drei schließlich in der Kathedrale von Santiago de Compostella sitzen, erfahren sie sehr private Dinge übereinander und werden richtige Freunde.

Meine Meinung:
Der Jakobsweg hat etwas Faszinierendes an sich. Und das nicht nur für Gläubige, die beim Pilgern (wieder) zu Gott finden wollen. Auch ich finde den Gedanken äußerst reizvoll, tagelang einfach nur zu gehen und meine Gedanken so lange schweifen zu lassen, bis die vielleicht irgendwann zur Ruhe kommen. Das Gewimmel im eigenen Kopf fühlt sich manchmal an wie die Weltmeisterschaft im Schnellzappen am TV-Gerät.

Aber kann der Film „Ich bin dann mal weg“ den Zauber des Jakobsweges rüberbringen? Für mich jedenfalls nicht. Klar ist der Weg und das Wetter nicht nur schön. Aber ich denke, man hätte bei den Bildern im Film mehr herausholen können. Es gab für mich jedenfalls keine Wow-Momente. Und die bekommt man selbst bei alten Fabrikanlagen hin.

Inhaltlich funktioniert die Geschichte nur, wenn man den Hape im Hinterkopf behält. Soll heißen: Wenn es die Pilgerreise irgendeines Hanswurst gewesen wäre, würde dieser Film maximal als Eigenproduktion eines Privatsenders durchgehen und im Fernsehen eine halbwegs gute Figur machen.

Das liegt nicht an den Schauspielern. Matina Gedeck macht einen richtig guten Job als traumatisierte Mutter. Karoline Schuchs Figur der Lena bleibt dagegen recht oberflächlich. Wirklich überzeugt hat mich aber Devid Striesow. Er mimt den Kerkeling auf natürliche Art, ohne sich selbst dabei ganz zu „übermalen“. Man sieht den Striesow also durch den Kerkeling. Oder umgekehrt.

Allerdings nervt die Stimme aus dem Off. Hape Kerkelings Erkenntnisse während seiner Wanderschaft hätte man vielleicht doch irgendwie anders unterbringen sollen. Oder besser auf den Punkt bringen. Oder Bilder sprechen lassen. Aber was da so geredet wird, ist selten lustig oder aufschlussreich. Schade.

Mein Fazit:
„Ich bin dann mal weg“ ist durchaus gelungen, wenn man leichte Unterhaltung will. Vor allem Devid Striesow bringt einen glaubwürdigen Hape Kerkeling auf die Leinwand, mit dem dessen Fans sicher gut leben können. Ich konnte leider wenig mit dem Gerede aus dem Off anfangen, fand die Szenenbilder wenig eindrucksvoll und das Gesamtpaket einfach unscheinbar. Wäre dies das Pilgertagebuch eines xbeliebigen Menschen, wäre mit Sicherheit kein Film daraus geworden.

"Ich bin dann mal weg" heißt das Buch von Hape Kerkeling über seine Pilgerreise auf den Jakobsweg. Das Buch war ein Bestseller. Nun wurde es mit Devid Striesow in der Hauptrolle verfilmt. Aber kriegt Devid Striesow den Publikumslieblinge Hape wirklich hin? Und ist das Buch überhaupt guter Filmstoff? Zum Inhalt: Hape Kerkeling (Devid Striesow) ist ein Multitalent und surft auf der Erfolgswelle. Leider achtet er dabei nicht auf seinen Körper, der ihm ein Warnsignal nach dem anderen schickt. Kerkeling ignoriert die Erschöpfung, bis er eines Tages auf der Bühne umkippt und die Ärzte ihm eine dreimonatige Auszeit verordnen. Doch nur rumhängen…

Bewertung

Geschichte
Umsetzung/Regie
Schauspielerische Leistung

Mittelprächtig

Ein überzeugender Devid Striesow und eine gewohnt hochwertig spielende Martine Gedeck machen noch keinen guten Film. Da kann zehnmal ein Hape Kerkeling drin und dahinter stecken. Ich hatte jedenfalls mehr erwartet.

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