Film: „Erschütternde Wahrheit“ mit Will Smith

Film: „Erschütternde Wahrheit“ mit Will Smith

American Football ist nichts für Weicheier. Da geht es Mann gegen Mann und oft auch Kopf gegen Kopf. Dass das nicht ohne Folgen für die Spieler bleibt, kann sich jeder denken, der mal fünf Minuten drüber nachdenkt. Aber wenn ein ganzer Industriezweig dran hängt, möchten die wenigsten darüber nachdenken. Bis sie einer zwingt.

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©Iserlohn-Titans-PR / pixelio.de

Zum Inhalt:
Mike Webster (David Morse) war der Star der Pittsburgh Steelers. Als Center der Mannschaft hatte er die härteste Position auf dem Feld. Leider aber nicht den härtesten Kopf. Denn der spielt nun schon seit Jahren verrückt. Kopfschmerzen, Gedächtnisverlust, Stimmen im Kopf und Wesensveränderung haben ihn verrückt, einsam und obdachlos gemacht. 2002 bringt er sich schließlich um.

Und landet auf dem Obduktionstisch von Dr. Bennet Omalu (Will Smith). Der forensische Pathologe und Neuro-Wissenschaftler will die Ikone der Stadt nicht einfach begraben, sondern herausfinden, warum Webster mit nur 50 Jahren starb. Noch bevor er zu einer erschreckenden Diagnose kommt, stößt er auf heftigen Widerstand. Man möchte die Football-Legende unversehrt begraben.

Doch Omalu lässt nicht locker und entdeckt in Websters Gehirn winzige Verletzungen. Verletzungen, die auf die wiederholten und überaus harten Schläge auf den Kopf herrühren, die der Footballspieler im Laufe seiner Karriere einstecken musste. Schläge, für die der menschliche Schädel nicht gebaut ist.

Die National Football League möchte davon natürlich nichts wissen. Auch als es weitere Selbstmorde unter ehemaligen Spielern gibt, leugnen sie den Zusammenhang zum brutalen Geschehen auf dem Spielfeld. Dafür greifen die Verantwortlichen der NFL auch zu kriminellen Mitteln: Drohanrufe, Stalking, Manipulation und offene fachliche Zurückweisung.

Dabei kann Omalu nach und nach immer mehr Ärzte und Wissenschaftler überzeugen. Doch bis die NFL die Diagnose anerkennt, müssen noch einige ehemalige Spieler sterben.

Meine Meinung:
Wenn man sich diesen Mike Webster im Film so ansieht, ist er echt zum Gruseln. Wie der letzte Penner sieht er aus, also weit entfernt von erfolgreicher Sportskanone. David Morse spielt das auch ganz exzellent. Der echte Mike Webster kann einem da sogar im Nachhinein ziemlich leid tun.

Will Smith zeigt vor allem am Anfang, dass er auch jemand anderes spielen kann, als sich selbst. Jedenfalls dachte ich in der ersten halben Stunde: Wow, das ist ja mal ein Freak. Ein bisschen unbeholfen, quatscht definitiv zu viel und hat Marotten, die einem tierisch auf den Geist gehen. Leider, leider wird Dr. Omalu im Laufe des Films immer mehr zu Will Smith. So sehr, dass es schon langweilig wird.

Und so ist letztendlich auch der Film. Er startet originell und mitfühlend, wird langatmig und berichtet irgendwann nur noch, was dann und dann geschah. Schließlich beruht „Erschütternde Wahrheit“ ja auf wahren Begebenheiten. Mich hat allerdings nicht einmal Omalus Rede beeindruckt oder berührt, die er schließlich für NFL-Geschäftsleuten und Spieler hielt. Ich habe sie nicht einmal richtig verstanden.

Das ist alles ganz furchtbar schade, denn vor allem am Anfang nimmt man so ein Football-Spiel ganz anders wahr als vorher. man sieht die Zusammenstößt, Saltos mit Bruchlandung und Helmverluste in ihrer ganzen Brutalität. Es wird nur zu deutlich, was das für Auswirkungen haben muss. Aber genau dann, wenn es spannend werden könnte, wird es philosophisch. Und langweilig.

Mein Fazit:
Die Frage, die man sich bei „Erschütternde Wahrheit“ immer wieder stellt: Warum? Warum muss ein Sport so dermaßen auf den Kopf zielen? Warum entwickelt man nicht Regeln und Equipment, die das Schlimmste verhindern? Warum hört Will Smith mitten im Film auf, zu zeigen, was er kann? Warum vergeigt man so eine Story durch halbherzige Erzählweise? Warum tu ich mir das im Kino an?

American Football ist nichts für Weicheier. Da geht es Mann gegen Mann und oft auch Kopf gegen Kopf. Dass das nicht ohne Folgen für die Spieler bleibt, kann sich jeder denken, der mal fünf Minuten drüber nachdenkt. Aber wenn ein ganzer Industriezweig dran hängt, möchten die wenigsten darüber nachdenken. Bis sie einer zwingt. Zum Inhalt: Mike Webster (David Morse) war der Star der Pittsburgh Steelers. Als Center der Mannschaft hatte er die härteste Position auf dem Feld. Leider aber nicht den härtesten Kopf. Denn der spielt nun schon seit Jahren verrückt. Kopfschmerzen, Gedächtnisverlust, Stimmen im Kopf und Wesensveränderung haben ihn verrückt,…

Bewertung

Geschichte
Umsetzung/Regie
Schauspielerische Leistung
Synchronisation

Gähn!

In der ersten halben Stunde dachte ich noch, das wird ein Fest. Danach ging es stetig bergab. Halbherzige Schauspielerei, aneinandergereihte Szenen, große Worte. Die anfänglich begeisternde Story wurde langatmig und konnte die Emotionen bald schon nicht mehr transportieren. Den Film kann man sich also sparen.

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