Film: „Die dunkle Seite des Mondes“ mit Moritz Bleibtreu

Film: „Die dunkle Seite des Mondes“ mit Moritz Bleibtreu

„Die dunkle Seite des Mondes“ war als Buch ein Erfolg. Nun spielt Moritz Bleibtreu in der Buchverfilmung die Hauptrolle und tobt sich dabei so richtig aus. Allein deswegen ist der Film schon sehenswert. Aber es gibt auch noch andere Gründe, sich diesen Film im Kino anzusehen.

©Joerg Trampert / <a title="pixelio.de" href="http://www.pixelio.de/media/739694" target="_blank">pixelio.de</a>
©Joerg Trampert / pixelio.de

Zum Inhalt:
Urs (Moritz Bleibtreu) ist ein erfolgreicher Wirtschaftsanwalt, für den nur das Geschäft zählt. Dann schießt sich sein letztes Opfer vor seinen Augen eine Kugel in den Kopf und Urs verliert die Kontrolle. Nach der Beerdigung des Selbstmörders verirrt er sich im Wald und landet auf einem Flohmarkt. Dort trifft er auf Lucille (Nora von Waldstätten), die ein komplett anderes Leben führt und ihn die Vorzüge eines gepflegten Drogentrips nahe bringen will.

Doch der Versuch, sich mit haluzinogenen Pilzen zu entspannen, geht komplett schief. War Urs bisher nur ein Fuchs, der jede Firmenfusion zu seinen Gunsten über die Bühne brachte, ist er nun zum kaltblütigen Arschloch mutiert. Zu einem, der die Katze seiner Freundin umbringt, weil die sich an seinem Müsli vergreift. Zu einem, der sich beim Überholtwerden so provozieren lässt, dass es zu einem tödlichen Unfall kommt. Zu einem, der  Menschen schlägt und erwürgt.

Seinem Auftraggeber Pius Ott (Jürgen Prochnow) gefällt der neue Urs anfänglich ziemlich gut. Für die nächste große Firmenfusion in der Pharmaindustrie braucht er einen skrupellosen Mann, denn dabei geht es um viel Geld und ein Medikament, dass mehr schadet als nutzt.

Doch so ganz gewissenlos ist Urs nicht. In seinen lichten Momenten verabscheut er seine Taten und will nun auch dafür sorgen, dass der Pharma-Schwindel ans Licht kommt. Nebenbei versucht er herauszufinden, welcher Pilz seine Persönlichkeit so verändert hat. Aber war es wirklich der Drogentrip oder steckte der grausame Killer schon immer in Urs. Und auch Pius Ott lässt sich die Butter nicht vom Brot nehmen und macht Jagd auf den abtrünnigen Urs. Wird er das überleben?

Meine Meinung:
„Die dunkle Seite des Mondes“ ist ein Film nach dem Buch von Bestseller-Autor Martin Suter. Inwieweit sich der Film an die Vorlage hält, kann ich nicht beurteilen, da ich das Buch nicht gelesen habe. Unabhängig davon finde ich den Film gelungen.

Das liegt vor allem an der schauspielerischen Leistung von Moritz Bleibtreu. Egal ob hinterlistiges Arschloch, lockerer Sunnyboy, gewalttätiges Arschloch oder verzweifeltes Häufchen Elend: Der Mann hat sich in diesem Film auf hohem Niveau ausgetobt. Und spielt dabei alle anderen Schauspieler dieser Produktion einfach mal gnadenlos an die Wand.

Jürgen Prochnow jedenfalls meint wohl, seine pure Anwesenheit wäre genug. Nora Waldstätten ist ganz niedlich, wirkt aber gestelzt. Doris Schretzmayer als Urs‘ Ehefrau Evelyn bleibt selbst in dramatischen Momenten hölzern. Kurz: Sie sind neben Moritz Bleibtreu notwendiges Beiwerk.

Die Geschichte selbst wird leider gegen Ende richtig unglaubwürdig. Da springt einer von der Staumauer und krabbelt quasi unversehrt wieder raus, um dann eine wilde Verfolgungsjagd durchs Unterholz zu überstehen. Ja nee, is klar. Und natürlich gibt es zwischendurch immer mal Momente, in denen es vom Logischen her so nicht gehen kann. Aber Kino soll ja auch Spaß machen.

Aber Regisseur Stephan Rick hat ein Gespür für gute Szenen, die er reizvoller Weise aber nicht dauernd perfekt ausleuchtet. Da kann es schon mal vorkommen, dass man ein Gesicht nicht richtig sehen kann. Und das genau deswegen so „gut“ wirkt, weil das Schattenspiel nicht künstlich herbeigeführt scheint. Auch die Kameraeinstellungen sind in einigen Szenen bemerkenswert gelungen.

Mein Fazit:
„Die dunkle Seite des Mondes“ ist schon vom Inhalt her harter Stoff.
Wirtschafts-Intrigen auf höchster Ebene, bewusstseinsverändernde Stoffe, die aus einem Menschen eine Bestie machen und gestandene Firmenbosse, die ohne Skrupel zur Waffe greifen. Dass der Film am Ende wirklich spannend ist, verdankt er Regie und dem Können von Moritz Bleibtreu. Von dessen Leistung hätte sich der übrige Cast durchaus ein paar Scheiben abschneiden können.

"Die dunkle Seite des Mondes" war als Buch ein Erfolg. Nun spielt Moritz Bleibtreu in der Buchverfilmung die Hauptrolle und tobt sich dabei so richtig aus. Allein deswegen ist der Film schon sehenswert. Aber es gibt auch noch andere Gründe, sich diesen Film im Kino anzusehen. Zum Inhalt: Urs (Moritz Bleibtreu) ist ein erfolgreicher Wirtschaftsanwalt, für den nur das Geschäft zählt. Dann schießt sich sein letztes Opfer vor seinen Augen eine Kugel in den Kopf und Urs verliert die Kontrolle. Nach der Beerdigung des Selbstmörders verirrt er sich im Wald und landet auf einem Flohmarkt. Dort trifft er auf Lucille…

Bewertung

Geschichte
Umsetzung/Regie
Schauspielerische Leistung

Sehenswert!

Der deutsche Film hat es schwer in deutschen Kinos. Vielleicht hilft es diesem Film, dass die Buchvorlage von Martin Suter ist. Wäre doch sehr schade, wenn kaum einer die wirklich gute Leistung von Moritz Bleibtreu sieht. Ohne ihn wäre dieser Film höchstens Mittelmaß.

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