Mehr als Noten: Das Zeugnis von Mama

Mehr als Noten: Das Zeugnis von Mama

Das etwas andere Zeugnis von der ©Tulpentopf - Mama Tina
Das etwas andere Zeugnis von der ©Tulpentopf - Mama Tina

Heute war Zeugnistag. Für den Junior zum ersten Mal, deshalb gibt es nur Smilies und eine schriftliche Beurteilung. Für die Große ist es das fünfte Zeugnis ihrer Schullaufbahn. Und nicht das mit den besten Zensuren. Deshalb bekommen beide von mir noch ein etwas anderes Zeugnis, denn sie sind mehr als Noten.

Nein, es lief nicht sorgenfrei im letzten halben Jahr. Ob es nun daran lag, dass nun auch der kleine Bruder in der Schule mitmischte. Oder die Anforderungen in der dritten Klasse gegenüber denen in der zweiten ordentlich anzogen. Oder es in den entscheidenden Momenten einfach nur so scheiße lief, dass meine Tochter Mut und Konzentration verlor. Wahrscheinlich eine Mischung aus allem.

Entsprechend wird die Tochter dieses Halbjahreszeugnis sicher nicht mit Stolz präsentieren. Dabei gibt es so viel, worauf sie stolz sein kann. Und weshalb ich trotzdem oder gerade wegen dieses Zeugnisses stolz auf sie bin.

Also musste ein Zeugnis her, dass ihr zeigt: Du bist mehr als diese Zensuren. Auf der Suche nach Möglichkeiten stieß ich auf eine Aktion von Scoyo.de aus dem letzten Jahr. Unter dem Motto und dem Hashtag #mehralsNoten gab und gibt es eine Zeugnisvorlage, bei der man die guten Eigenschaften des Kindes und die schönen Begebenheiten des letzten halben Jahres würdigt.

Schön auch, dass man nicht nur Positives ansprechen kann. Schließlich sind Kinder auch nur Menschen und damit nicht unfehlbar. Doch auch Kritik kann man motivierend formulieren. Und das Kind merkt dann auch, dass man es lieb haben kann, selbst wenn es nicht immer das tut, was Mama und Papa von ihm wollen.

Also setzte ich mich ran und beantwortete folgende Stichpunkte:

  • Was die Lehrer nicht über Dich wissen:
  • Ich wäre fast vor Stolz geplatzt, als Du im letzten halben Jahr …
  • Darüber habe ich mich geärgert …
  • So würde ich Dich in wenigen Worten beschreiben, wenn mich jemand nach dir fragt:
  • Die Welt wäre so viel ärmer ohne Dich, weil …

Ich habe das natürlich für beide Kinder gemacht. Auch wenn der Junior einen richtig guten Start in die Schule hatte, heißt das ja nicht, dass ich ihm nichts zu sagen habe. Aber wenn man nur zwei Zeilen schreiben kann oder will, ist es auch so gar nicht einfach. Genauso, wie man sich über viele verschiedene Dinge ärgern kann, kann man sich über ebenso viele andere freuen. Aber welche stellt man nun bei dieser Gelegenheit heraus?

Beim Junior entschied ich mich für seinen guten Start in der neuen Klasse und seine temporäre Schwerhörigkeit. Bei der Tochter für ihre Hilfsbereitschaft anderen gegenüber und ihre Unlust auf Rechenwege. Beide positiven Aspekte sind für beide Kinder leicht fortzuführen. Die nicht so schönen Dinge können beide gut verbessern und merken sofort, was gut daran ist.

Ich hoffe jedenfalls, dass sie an diesen Zeugnissen merken werden, dass Zensuren nicht alles sind. Und schon gar nicht den Wert ihrer Persönlichkeit ausmachen. Schließlich flasht es mich jedesmal, wie kreativ, begeisterungsfähig, liebevoll und witzig die beiden sind. Eben mehr als Noten.

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