Blogparade: Lernen in den Ferien? Klar!

Blogparade: Lernen in den Ferien? Klar!

Ganze zwei Tage noch, dann hat meine Tochter das erste Schuljahr hinter und 6 Wochen Ferien vor sich. Man merkt ihr an, dass sie diese Freizeit dringend nötig hat. Dass die Akkus leer sind und nach Nichtstunmüssen schreien. Trotzdem wird es auch bei uns ein „Lernen in den Ferien“ geben. Dafür wird sie selbst schon sorgen. Und ein bisschen auch ich.

Lernen in den Ferien
©S. Hofschlaeger / pixelio.de

Wenn ich meine Tochter in den letzten Wochen nachmittags aus dem Hort abholte, fand ich sie oft in ein Buch vertieft. Nicht einfach nur beim Lesen, sondern beim Abschreiben der Texte darin. Beim Abendessen las sie dann alle möglichen Verpackungstexte laut vor: Von der Butter bis hin zur Joghurtmilch wurde jeder Buchstabe entziffert. Krass, wie hartnäckig sie da dran blieb. Danach ging sie allerdings mehr als freiwillig ins Bett und war im Rekordzeit ins Traumland abgetaucht.

Dass die Akkus mehr als leer sind, merkt man bei ihr vor allem an den Launen. Und der Streitfrequenz mit dem ebenso entnervten Brüderchen. Kleine Vorschau auf die Pubertät, würde ich sagen. Da in den Ferien noch sowas wie Lernstoff ans Mädchen zu bringen scheint irgendwie aussichtslos. Theoretisch jedenfalls.

Praktisch fanden wir kürzlich beim Discounter mit dem großen blauen „A“ Übungshefte von Leo Lausemaus. Bingo! So landeten eines für Vorschulkinder und eines für die erste Klasse im Einkaufswagen. Während das für den Junior quasi vorgreift, weil der erst im Oktober mit der Vorschule anfangen wird, ist das für die Tochter eher zum Festigen des Lernstoffs vom letzten Jahr. „Lernen in den Ferien“ soll dabei vor allem Spaß machen.

Natürlich hätte ich ihr das Heft für die zweite Klasse kaufen können. Sicher wäre sie in der Lage gewesen, den Großteil der Textverständnis-, Schreib- und Rechenaufgaben zu lösen. Mir kommt es jedoch mehr darauf an, dass sie kleine Erfolgserlebnisse mit Dingen sammelt, die sie schon kennt. Die sie eigentlich schon sicher kann.

Der Lerneffekt? Dass sich Wissen irgendwann auszahlt, dass sie einen Überblick darüber bekommt, was sie in dem einen Jahr so alles gelernt hat. Und dass man mit dem was man in der Schule lernt, wirklich Spaß haben kann. Macht sich doch gut als Basis für all das Neue in der zweiten Klasse. Das sagt mir zumindest mein Bauchgefühl. 

In Sachen Motivation für diese Art von „Lernen in den Ferien“ muss ich mir da übrigens keine Sorgen machen. Beide wollten sich sofort und vor Ort noch auf die schön gestalteten Aufgaben stürzen, wurden aber jäh ausgebremst: Die gibt es erst, wenn wir in den Urlaub fahren. Also erst, wenn wir uns für eine Woche im August an die Ostsee verkrümeln.

Dann können die beiden bei schlechtem Wetter, auf der langen Fahrt im Auto oder eben am Strand Wörtersuchen, Zahlen malen, Unterschiede in Bildern finden usw. Dem ungeschriebenen Gesetz des Geschwisterseins zufolge wird einer den anderen immer wieder dazu motivieren, das jeweilige Heft hervorzuholen. Einfach weil es der eine tut und der andere dann auch machen will.

Abgesehen davon gibt es sicher auch wieder mehrere Bögen mit Fleißaufgaben von der Lehrerin. Ich werde sie allerdings fürs erste nicht zwingen, diese in Angriff zu nehmen. Allein schon, weil sie vier der sechs Ferienwochen im Hort zubringen wird. (Kann sich ja keiner erlauben, die komplett frei zu machen.) Und wenn ich mir das Programm der „Ferienspiele“ im Hort so anschaue, ist selbst da genug Kultur und Anspruch drin, dass man durchaus von „Lernen in den Ferien“ reden kann.

Dieser Blogpost ist mein Beitrag zur Blogparade mit dem Thema  Lernen in den Ferien – ja oder nein? auf dem Blog von Frau Mutter in Kooperation mit scoyo .

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