Ohne Auto geht es einfach nicht

Ohne Auto geht es einfach nicht

Letzte Woche war mein Auto kaputt. Gerade hatte ich die Kinder an der Schule abgesetzt, als es plötzlich wie ein Russentraktor klang. Und sich auch dementsprechend fuhr. Entsprechend unflätig kommentierte ich die Situation. Denn ohne Auto funktioniert unser Alltag nicht mehr.

©PeterFranz / <a title="pixelio.de" href="http://www.pixelio.de/media/743394" target="_blank">pixelio.de</a>
©PeterFranz / pixelio.de

Während ich mit dem ruckelnden Auto auf Arbeit fuhr, organisierte mein Kopf den Tag neu. Eine Fachwerkstatt ist zum Glück gerade mal 800 Meter von meinem Arbeitsplatz entfernt. Doch selbst wenn ich mein Auto dort in der Mittagspause abgebe, kann ich ja nicht davon ausgehen, dass es pünktlich zum Feierabend fertig und fahrbereit ist. Also musste ich dafür sorgen, dass die Kinder aus dem Hort und ich von der Arbeit abgeholt werde.

Meine einzige private Taxi-Möglichkeit würde nicht begeistert sein. Denn es hatte über Nacht geschneit, es waren noch nicht alle Straßen geräumt und unsere Retterin war bei solchen Bedingungen eher ängstlich, was das Autofahren angeht. Von der Aussicht, mich am nächsten Morgen auch wieder zur Arbeit bringen zu müssen, ganz zu schweigen.

Natürlich könnte ich mit Bus und Bahn fahren. Mit der Kombination aus Bus und Straßenbahn sogar innerhalb von 40 Minuten beim Hort sein, um die Kinder abzuholen. Allerdings nur, wenn der Umstieg von Bus zu Straßenbahn klappte.

Laut Fahrplan hatte ich dafür ein Zeitfenster von vier Minuten. Ähm, ja nee, ist klar. Erwähnte ich bereits die Wetter- bzw. Straßenbedingungen an diesem Tag? Für Schönwettertage denkt ihr euch jetzt einfach den Berufsverkehr dazu. Und für Ferientage die Wirren des öffentlichen Nahverkehrs.

Wenn diese eher theoretischen vier Minuten also nicht reichen würden, müsste ich auf die nächste Bahn warten. Und wäre erst nach etwa 70 Minuten beim Hort. Glatte 10 Minuten nach der Schließzeit der Einrichtung. Womit ich mich beim Erzieherteam sehr beliebt machen würde. Und für jede angekratzte Stunde „Mehrbetreuung“ die ganze Stunde zahlen darf.

Morgens wäre es dann das gleiche Spiel, nur andersrum. Wenn ich mit Sicherheit pünktlich auf Arbeit sein wollte, müsste ich die Kinder ekelhaft früh im Frühhort abgeben. Zum Glück gibt es den, aber auch diese Mehrbetreuung kostet extra. Und wenn mit dem Umstieg von Straßenbahn zu Bus alles klappt, wäre ich eine halbe Stunde vor Arbeitsbeginn an der Firma. Wohlgemerkt an, nicht in.

Kein Wunder also, dass mir von Minute zu Minute derbere Flüche über die Lippen kamen. Öffentliche Verkehrsmittel sind für uns einfach keine Alternative zum Auto. Und so war ich heilfroh, als die Werkstatt unser Auto wirklich pünktlich zum Feierabend fertig hatte. So bekamen die Kinder nicht einmal mit, dass es überhaupt kaputt war. Mein Konto dagegen aber schon.

An dieser Stelle und aus eben genannten Gründen muss ich einfach mal ein fettes DANKE an meinen Papa loswerden. Ohne ihn hätten wir besagtes Auto gar nicht. Und manch Werkstattmeister würde mir was vom Pferd erzählen und sicher die ein oder andere Zusatzleistung in Rechnung stellen, die nicht nötig gewesen wäre. Beliebt macht man sich ja nicht mit so einem Fachmann als Telefonjoker. Aber es spart doch ungemein Geld. Danke, Papa!

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