Mein Wunsch für 2016: Kraft – schon wieder.

Mein Wunsch für 2016: Kraft – schon wieder.

Noch ein paar Tage, dann ist das alte Jahr zu Ende und ein neues beginnt. Für mich eine stressige Zeit. Weihnachten ist gerade überstanden, Silvester steht an und damit nur einen Atemzug später der Geburtstag vom Junior. Trotzdem wollte ich kurz innehalten. Wie halt allgemein üblich. Aber nicht, um zurück zu schauen, sondern wie für mich üblich gleich nach vorn. Und so wie ich das sehe ist mein Wunsch für 2016 der gleiche wie fürs vergangene Jahr: Kraft.

©katja irmschler / <a href="http://www.pixelio.de/media/294526" target="_blank">pixelio.de</a>
©katja irmschler / pixelio.de

Schon vor einem Jahr schrieb ich hier darüber, was ich mir fürs neue Jahr wünsche. Vieles hat sich seitdem getan. Der Junior ist nun ein Schulkind und auch als Mensch mächtig gewachsen. Ich bin stolz auf den kleinen Kerl, der in einer komplett neuen Umgebung mit komplett neuen Menschen seinen Platz gefunden hat. Der sicher nur zu gern seine Umgebung mal wieder mit einem wütenden Heul- und Schreikrampf zum Stillstand zwingen würde. Und es sich fast immer verkneift.

Für meine Tochter sind Zahlen immer noch doof. Und blöder Weise sind sie im vergangenen Jahr immer wichtiger geworden. So wichtig, dass die kreative, liebevolle Art meiner Großen manchmal kaum noch zu sehen war. Nicht einmal für sie selbst. Dabei ist es so faszinierend, wie sie selbst mit unserem schreckhaften alten Kater eine innige Beziehung aufgebaut hat. Und wie sie sich selbst und andere immer wieder mit schönen Zeichnungen und Basteleien überrascht. So toll.

Mit Familie und Freunden haben wir viele schöne Stunden erlebt. Und manchen Zusammenbruch, auf den wir gern verzichtet hätten. Es knarkst und ächzt vielerorts immer noch mächtig in mancher Beziehung. Und einige sind mit sich selbst so unzufrieden, dass sie sich selbst weder sehen, hören oder riechen wollen. Dabei kommt es gar nicht darauf an, was man denn im Leben alles nicht erreicht hat. Oder dass man die Falten wahlweise mit Fett auspolstert oder sich über jede einzelne ärgert. Ich bin froh, dass ich euch hab.

Denn ohne euch alle würde ich wie damals schon wieder auf dem Zahnfleisch gehen. Mit euren Kindersitterdiensten, Autoreparaturen, Hausaufgabenbetreuung, finanziellen Hilfen, Verständnis für manchen Meltdown und ungefragtem Beistand habt ihr mir sehr geholfen. Danke für euer Dasein, Wegbleiben, Nachfragen, Inruhelassen, Liebewortefinden, Mutmachen und Schweigenkönnen.

Ich werde das alles auch im neuen Jahr sehr gut brauchen. Denn mit den Kindern sind auch die Sorgen um sie gewachsen. Die doofe Zahlenangst muss weg, der Junior soll sie gar nicht erst bekommen. Auch am gesunden Selbstbewusstsein werden wir arbeiten müssen. Hobbys wollen ausgelebt werden, nicht nur die der Kids. Denn ich schleiche mal wieder um meinen Traum vom Studium herum und frage mich, ob ich es nun endlich wagen sollte.

Wo doch so vieles auf uns zukommt, was Kraft kosten wird. Deshalb ist mein Wunsch für 2016 der gleiche wie für 2015. Kraft, um im Trubel noch die Menschen um mich herum wahrnehmen zu können. Kraft, um trotz der vielen Baustellen die schönen Dinge nicht aus den Augen zu verlieren. Und ein bisschen Kraft, um meine eigenen Wünsche nicht mehr aufzuschieben, sondern endlich umzusetzen.

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