Leipziger Buchmesse 2016: Zweiter Tag

Leipziger Buchmesse 2016: Zweiter Tag

Glashalle bei der #LBM16

Eigentlich hatten wir auf der Leipziger Buchmesse 2016 schon alles abgearbeitet, was wir uns vorgenommen hatten. Also all jene Verlage besucht, die wir uns vorher herausgesucht hatten. Aber was echte Leseratten sind, die gehen trotzdem noch mal auf die Buchmesse. Zum Stöbern und sich überraschen lassen. Und das kam dabei heraus.

Herzlich willkommen, Fußgänger!
Herzlich willkommen, Fußgänger!

Nach einem perfekten ersten Buchmessetag stand der zweite anfangs unter einem schlechten Stern. Es ging schon damit los, dass meine Tochter beim Aufwachen vor Kopfschmerzen weinte und der Junior wie ein Schluck Wasser in der Kurve hing. An einen Schultag war also nicht zu denken. Doch Oma sei Dank konnte ich trotzdem noch einmal auf die Buchmesse.

Also traf ich mich kurz vor Zehn mit Nadja auf dem Park & Ride Parkplatz. Wie schon am Tag zuvor wollten wir die zwei Stationen von dort aus mit der Straßenbahn fahren. Und natürlich rechneten wir damit, dass wir zwei, drei Bahnen durchfahren lassen müssen, weil diese schlicht überfüllt sind. Allerdings hatten wir nicht damit gerechnet, dass die Bahnen komplett überfüllt und nur alle 10 Minuten fuhren.

Nachdem die fünfte Bahn an uns vorüberzog, gingen wir schließlich zu Fuß. Dabei überholten uns zwei weitere Bahnen, die auch bis auf auf den letzten Winkel voll waren. Sowas nennt man dann Park&Wait&Go oder auch absolute Fehlplanung. Herzlichen Dank für nichts, liebe LVB.

Endlich auf der Leipziger Buchmesse angekommen, wurden wir unsere Jacken angenehm schnell los und stürzten uns ins Getümmel. In der gleichen Reihenfolge bahnten wir uns unseren Weg durch die Hallen. Dieses Mal hielten wir vor allem nach den kleinen Verlagen Ausschau, kamen aber auch an manch großem nicht ohne erneuten Abstecher vorbei.

Der Stand von Droemer Knaur (Halle 3/B210) machte gerade soetwas wie einen Streßtest durch. Sebastian Fitzek am Stand und gleichzeitig ein Interview im Rondell, das auch noch gefilmt wurde. Also wesentlich mehr Leute als gestern, aber immer noch (v)erträglich für die Besucher, die sich nur für die Bücher interessierten. Gut gemacht.

Der Stand von Rowohlt auf der #LBM16
Der Stand von Rowohlt auf der #LBM16

Besser war auf den zweiten Blick nur der Stand von Rowohlt (Halle 4/B203). Zumindest auf einer Seite. Wenige Bücher, dafür alle griffbereit und erreichbar. Sitz- und Interviewgelegenheiten bequem, ohne dabei die Bücher zuzustellen. Da war wirklich genug Platz für wichtige Verlagsgespräche und die Laufkundschaft. Bei der zweiten Hälfte des Verlagsstandes hatte man mehr kleine Einzeltische stehen, was das Rankommen an die Bücher erschwerte.

Zu den angenehmen Neuentdeckungen gehört in diesem Jahr der Verlag acabus (Halle 5/D104). Hier findet man interessante Lebensgeschichten und amüsante Erzählungen über kauzige Typen. Und Blogger sind offensichtlich willkommen. Nach einem netten Plausch mit der Verlagsvertreterin über das Bloggen bzw. die gewünschte Art und Weise der Rezensionen war schon zu spüren, dass die Wellenlänge stimmt.

Beute vom underDog Verlag
Beute vom underDog Verlag

Auch der Besuch beim underDog Verlag (Halle 2/F202) war wieder schön. Nachdem wir den Besuch dort gestern wegen mangelnder eigener Aufnahmefähigkeit abbrechen mussten, kamen wir heute wieder an den kleinen aber feinen Stand. Das Besondere an dem Verlag: Wahre Lebenswege, die man niemandem wünscht und die Autoren direkt vor Ort. Wer neugierig auf besondere Schicksale ist, hat die Qual der Wahl bei den Büchern.

Weitere Höhepunkte abseits vom Buch waren wie jedes Jahr die Cosplayer. Wie üblich gab es alles zwischen Wow! und OMG, NEIN! Manche sollten ihr Outfit einfach noch mal überdenken oder sich von ihren Feinden sagen lassen, ob das wirklich gut aussieht. Anderen Kostümen sah man an, dass jede Menge Arbeit drinsteckt und gut durchdacht war.

Cosplayer auf der #LBM16
Cosplayer auf der #LBM16
Cosplayer auf der #LBM16
Cosplayer auf der #LBM16
Cosplayer auf der #LBM16
Cosplayer auf der #LBM16

 

 

 

 

Irgendetwas musste sich die Leipziger Buchmesse bei der Zusammenstellung der Verlagsstände auch gedacht haben. So konnte man wohl nicht verhindern, dass das Compact-Magazin einen Stand erhielt. Allerdings dürfte es hoffentlich einigen Besuchern aufgefallen sein, in welch bezeichnender Nachbarschaft sich der Stand befand. Direkt neben einem Fantasy-Verlag und gegenüber des Gemeinschaftstandes der Comic-Branche.

Compact neben Fantasy und Comics
Compact neben Fantasy und Comics
Postkarte von Schwarwel am Comic-Stand
Postkarte von Schwarwel

Ein Schelm, wer böses dabei denkt. Und wären da nicht einige doch recht konsequent wirkende Security-Leute am Compact-Stand gewesen, hätte ich sicher eine dieser wunderbaren Postkarten von Schwarwel rein zufällig am Compact-Stand „vergessen“. Allein, ich zweifle, dass man so überhaupt gegen Verschwörungstheorien und Hetze ankommt.

Taschen und Rucksäcke bitte an der Garderobe abgeben

Zu guter Letzt fiel mir heute ein ums andere Mal ein Hinweisschild ins Auge. Während meine doch recht geräumige Tasche immer schwerer wurde, ich immer mal wieder beinahe über einen Rollkoffer stolperte und ganze Horden von Teenagern mit riesigen Rucksäcken sah, erschien mir dieses Schild nämlich immer sinnloser. Ich glaube jedenfalls nicht, dass jemand wirklich aufgrund dieses Hinweises seine Tasche an der Garderobe abgegeben hat. Und wenn doch, dann sicher nur dieses eine Mal.

Am Ende dieses Tages zeigte mein Schrittzähler erneut knapp 10.000 Schritte an. Ob es einen dritten Tag auf der Leipziger Buchmesse geben wird, hängt vom Gesundheitszustand meiner Kinder ab. Ich würde ihnen nur zu gern zeigen, wie viele Möglichkeiten, Träumereien und Zauberwelten es in gedruckter Form gibt. Und bin sicher, dass sie mit strahlenden und staunenden Augen durchs Bücherparadies gehen würden. Aber dafür riskiere ich keine Woche kindkrank. Meine Füße, mein Rücken und mein Konto werden es mir wahrscheinlich danken.

Mein Bericht zum ersten Tag auf der Leipziger Buchmesse: HIER.

Meine Bücher-Wunschliste nach dem Besuch der Leipziger Buchmesse 2016: HIER.

2 Kommentare

  1. Ich hab heute einen Burito probiert – er war wirklich gut ;.)

    Das Verkehrschaos regt mich jedes Mal auf. Vlt. ist es logistisch und finanziell schwer, mehr Shuttelbusse (zum Bahnhof!) einzusetzen oder die Taktfrequenz von Tram oder S-Bahn zu erhöhen. Aber neben dem Gedränge tun mir vor allem die Passagiere leid, die im Zug weiterfahren oder die an einer der beiden Haltestellen aussteigen. Und besser ausschildern könnte man die betreffenden Gleise auch… Immerhin: Es gibt ne Anzeigetafel mit Abfahrszeiten auf der Messe…

  2. […] Schon in den vergangenen Jahren spielte ich mit dem Gedanken, sonntags mit den Kindern auf die Buchmesse zu gehen. Bisher war immer irgendwas, warum das nicht klappte. Und wenn es nur der übliche Wochenendkoller aka Zickenterror aka „Wir gehen uns alle gegenseitig auf den Keks“-Blödsinn war. Auch in diesem Jahr sah es erst so aus, als würde aus dem Messebesuch nichts werden. Beide Kinder krank. […]

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