10 mal Musik und meine Erinnerungen dazu

10 mal Musik und meine Erinnerungen dazu

Musik kann dich um Jahre zurück und/oder an andere Orte versetzen. Manchmal haut sie dich um, manchmal baut sie dich auf. Und immer gibt es diese Lieder, die Erinnerungen an ganz bestimmte Situationen, Erlebnisse, Gefühlslagen wachrufen. Hier sind meine ganz persönlichen zehn Zeitreise-Lieder. Halbwegs chronologisch und plus Bonustrack, sozusagen.

©Lea M. / <a title="pixelio.de" href="http://www.pixelio.de/media/228546" target="_blank">pixelio.de</a>
©Lea M. / pixelio.de

Pet Shop Boys – Domino Dancing
Musikmäßig gesehen war ich ein Spätzünder. Während meine Klassenkameraden ihre Zimmer schon mit Bravo-Plakaten aus dem Westpaketen zukleisterten, war ich lieber mit meinem Hund draußen unterwegs. Dieses Lied hier war das erste, das meine Aufmerksamkeit erregte.

Eric Carmen – Hungry Eyes
Ja, genau, Dirty Dancing! Ich erinnere mich dann finster an eine Klassen-Weihnachtsfeier, auf der wir Vierkäsehochs quasi nix anderes tanzten. Unseren Eltern quoll es sicher schon aus den Ohren. Und dann war da mein Kindergeburtstag, bei dem wir diesen Film im Kino sahen. Und dieser Abend als meine Mama ihre Mädels eingeladen hatte, so dass ich wegen schlechtem Empfang nichts sah und wegen der Quasselstrippen nix hörte. Und und und.

Marius Müller Westernhagen – Freiheit
Zum einen ist das mein Lied für die Wendezeit um ’89 rum. Zum anderen muss ich immer an eine bestimmte Textzeile denken, wenn ich in unsere Kunstgalerie Art Kapella gehe: „… sollen tanzen auch auf Gräbern.. „. (Die Art Kapella in Schkeuditz ist eine ehemalige Friedhofskapelle, in der nun Ausstellungen und Konzerte stattfinden.)

Madonna – This used to be my playground
Meine erste große Liebe lernte ich auf dem Campingplatz kennen, in dessen See ich Jahre zuvor schwimmen gelernt hatte. Die Liebe war unglücklich, weil ich nur ein Urlaubsflirt für ihn war. Mein alter „Spielplatz“ war dadurch von da an auch immer der Platz eines großen Dramas.

Whigfield – Saturday Night
Sommer, Sonne, Schützenfest. Oder einfach nur Dorfdisco. Mit dem Zug hin, einen Kilometer zu Fuß unterwegs sein und dann abtanzen. Oder eben zu fünft im Trabbi hin und zu Fuß zurück. Es soll auch Leute geben, die dann hinterm Autoscooter gepennt haben, um pünktlich zum Frühshoppen wieder dabei zu sein. Wie das halt so ist auf dem Land.

Guns’n’Roses – Sweet child of mine
Zehnte Klasse, Deutschunterricht, der Tisch direkt am Lehrertisch. Zwei Mädels mit Walkman (ja wir sind so alt), Automatencappuccino und Süßiggkeiten. Beide werten ihre Hausaufgabenhefte künstlerisch auf und schreiben sich gegenseitig Briefchen, während die Lehrerin viel zu lieb um Aufmerksamkeit bittet. War ne geile Zeit, was Kerstin?

Snow Patrol – Chasing Cars
Wenn ich dieses Lied höre, bin ich wie gelähmt. Es erinnert mich an die schlimmste Phase während der Trennung vom Kindsvater. Die mit dem Tod meiner beiden Omis zusammenfiel. Und überhaupt werde ich wohl nie vergessen, wie schei*e es mir damals ging.

Cranberries – Linger
Aus was für Gründen auch immer versetzt mich dieser Song an den Ostseestrand. Der ist dann in meinen Tagträumereien menschenleer und ich geh einfach kilometerweit an ihm spazieren oder setze mich zwischen die Dünen und schaue aufs Meer.

Katy Perry – Firework
Tja so ist das, wenn man Kinder hat. Immer wenn dieses Lied im Radio läuft, erinnert uns das an den Circus Americano in „Madagascar 3“ und uns wird warm ums Herz. Vor allem mir, weil meine Kinder dabei so mitfiebernd, mitfreuend, mitseufzend aufgeregt sind. So schön!

Linkin Park – Waitin for the End
Es gab ja Zeiten, da musste ich morgens schon 40 Kilometer fahren, um überhaupt auf Arbeit zu kommen. Ein Drittel der Strecke waren immer auch die Kids dabei. Und wenn dieses Lied kam, haben wir immer schön zu dritt abgerockt. Dieses Lied kam also oft. Denn kein Kind hat nach einem Mal genug, wenn eine Sache cool ist und Spaß macht.

Wer mich gut kennt wird seit zehn Liedern auf eine ganz bestimmte Band warten. Aber die läuft schlicht vollkommen außerhalb der Konkurrenz und bekommt auch in dieser Aufzählung einen Ehrenplatz. Keine andere Truppe wird sie je ersetzen können. Voilà, hier ist die Bands aller Bands mit den Liedern aller Lieder für meine ganz persönliche Ewigkeit:

Fury in the Slaughterhouse – egal welches Lied
Sie triggern alle. Seit 1994 flasht es mich weg, sobald mir eins ihrer Lieder ins Ohr oder in den Sinn kommt. Deshalb kann es auch mal vorkommen, dass ich diese Musik lange nicht höre. Meist, wenn es mir eh schon nicht gut geht, ich aber funktionieren muss. Es würde mich umhauen. Denn eins passt immer gerade genau zu meiner Stimmung oder meiner Situation oder dazu, wie ich es eben gerade gern hätte.

So und nun freue ich mich auf eure Kommentare. Schreibt mir doch mal, welche Lieder oder welche Band euch wegbeamt und warum!

2 Kommentare

  1. Na dazu kann ich meinen Senf auch noch geben! 😉 ALSO:
    Songs, die mein Leben verändert bzw beeinflusst haben:

    Frank Sinatra – Fly me to the Moon

    Fangen wir mal beim Ältesten an. Der gute Frank hat mir durch schwere Zeiten geholfen. Als ich mich von meiner ersten Frau getrennt hab und ALLE Frauen Sch…e fand ,kam er aus einer dunklen Ecke im CD Regal und sagte zu mir:“ Lass Sie laufen, ertrag es wie ein Mann und häng nicht an der Vergangenheit! The Lady was a Tramp..“ Andere finden zu Gott oder Buddha, ich hab zu Frank und seinem Jazzkumpanen gefunden und werde ihm dafür posthum ewig dankbar sein.

    Pet Shop Boys – Love comes quickly/Being Boring

    Davon gleich zwei. Ersterer, weil er mein erster Lieblingssong war. Und der zweite, weil er mich am Ende bzw Anfang eines Lebensabschnittes fand und bis heute bei mir geblieben ist. Neil Tennant hat mal in einem Interview gesagt: „ Mitte der Achtziger wussten wir, wie man gute Popmusik macht.“ Dem kann ich nur beipflichten. „Love comes quickly“ fand ich vor allem wegen der BassLine toll, ein treibender, dunkler Sound. Zumindest für einen Lovesong. „Being Boring“ kam 1990 zu mir. Mit der politischen Wende, mit dem Untergang meines Heimatlandes und dem Ende meiner Schulzeit/Kindheit. Der Text sprach mir damals aus der Seele:
    “I never dreamt that I would get to be
    the creature that I always meant to be”

    Depeche Mode – Waiting for the Night

    Ach ja, Depeche Mode… Der Song ist vom Album „Violator“ aus dem Jahr 1990. Im Sommer des Jahres war ich mit vielen anderen angehenden Lehrlingen in Sommerlager vom MAB. Zelten, baden und Spaß haben für drei Wochen. Und ab und zu Nachtwache halten. Und dann stelle man sich die perfekte Sommernacht an einem See vor, mit einem schönen, jungen Mädchen und diesem Song.. War so.. und war schön.
    Herbert Grönemeyer – Flugzeuge im Bauch
    Die erste Liebe war vorbei. Und Herbert hat das ausgesprochen, was ich gefühlt habe. Danke Herbert!

    Björk – Venus is a Boy

    Der Song gehört zum Soundtrack von “Leon der Profi”. Zufällig mein Lieblingsfilm. Jean Reno als Profikiller mit der Seele eines Kindes und Natalie Portman als zwölfjährige Kindfrau mit Drang, ihren kleinen Bruder zu rächen. Was für ein Film! Was für ein Soundtrack! Aber auch unabhängig vom Film funktioniert das Lied. Es zwingt einem mit seinem ungleichmäßigen, unberechenbaren Soundbett zum zuhören bezaubert mit Björks schräger, sinnlicher Stimme.

    Hurts – Wonderfull Life

    Als ich schon glaubte, die Musik der Neuzeit überrascht mich nicht mehr, kamen die Herren Hutchcraft/Anderson daher und hauten mir meine Vorurteile um die Ohren. „Wonderfull Life“ ist vielleicht nicht der beste Song von ihrem Album “Happiness“. Aber die musikalische Mischung aus PSB , Tears for Fears und britischer Eleganz bringt es einfach. Wie sagte damals eine Radiomoderatorin: “Fenster aufmachen und Radio laut!“ Funktioniert immer noch..

    Das sind jetzt nur die wichtigsten, zu nennen wären da vielleicht noch Songs von Abba, Karat, Limp Bizkit oder Fleetwood Mac. Aber da werd ich ja garnicht mehr fertig,bin ja auch schon etwas älter! 😉

    • Ach soooo alt bist du schon? Nee, hast dich ja gut gehalten.
      Und schön kommentiert.
      Danke dafür und schönes Wochenende!
      Tina

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